Stau, Stau, Stau

Fährenchaos in Großbritannien: Menschen warten sechs Stunden auf Überfahrt

Großbritannien, Dover: Autos stehen an der Abfertigung im Hafen von Dover in Kent Schlange zu Beginn der Sommerferien in England und Wales.

Großbritannien, Dover: Autos stehen an der Abfertigung im Hafen von Dover in Kent Schlange zu Beginn der Sommerferien in England und Wales.

Wird das Reisechaos zur neuen Urlaubsnormalität in Europa? An den Flughäfen müssen sich Reisende stundenlang in Warteschlangen vor der Sicherheitskontrolle einreihen, ehe sie passieren dürfen. Auf den Autobahnen Richtung Süden staut es sich in vielen Ländern. Jetzt trifft es auch die Fähren: Im englischen Dover mussten Menschen stundenlang in ihren Autos vor den Fährterminals warten, ehe sie endlich den Ärmelkanal in Richtung Frankreich überqueren durften.

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Hafenchef Doug Bannister warnte am Wochenende vor Megawartezeiten von bis zu sechs Stunden. Auch die Fährbetreiber wiesen die Fahrgästinnen und -gäste an, drei bis vier Stunden vor Abfahrt vor Ort zu sein. Zu Ferienbeginn wurden am Samstag in Dover rund 10.000 Reisende erwartet, deutlich mehr als am Freitag. Schon an diesem Tag kam es vor den Fährterminals zu extrem langen Staus. Einer der Gründe dafür sei die Grenzkontrolle, die nach dem Brexit mehr Zeit in Anspruch nehme.

Fähre von Dover nach Calais: Großbritannien und Frankreich streiten um Verantwortlichkeit

Außenministerin Liz Truss, die derzeit für die Nachfolge von Premier Boris Johnson kandidiert, machte Frankreich für die „völlig vermeidbaren“ Verzögerungen verantwortlich. Die Franzosen hätten ihre Grenzposten personell besser ausstatten sollen. Der französische Abgeordnete der Hafenstadt Calais, Pierre-Henri Dumont, wies das gegenüber der BBC jedoch zurück: Die Wartezeiten seien Auswirkungen des Brexits, sagte er. Dieser Meinung ist auch der Reisebranchenexperte Simon Calder. „Dies ist jetzt eine EU-Außengrenze“, sagte er der BBC. Daher müssten Grenzbeamte nun die Pässe stempeln und kontrollieren, ob ausreisende Britinnen und Briten ein Rückreiseticket hätten.

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Folkestone: Am Check-in des Hafens bilden sich Warteschlangen, da die Verspätungen im Hafen von Dover und im Eurotunnel weiterhin den Reiseverkehr beeinträchtigen. Viele Familien fahren nach dem Beginn der Sommerferien in England und Wales in den Urlaub.

Folkestone: Am Check-in des Hafens bilden sich Warteschlangen, da die Verspätungen im Hafen von Dover und im Eurotunnel weiterhin den Reiseverkehr beeinträchtigen. Viele Familien fahren nach dem Beginn der Sommerferien in England und Wales in den Urlaub.

Der BBC-Korrespondent Dan Johnson beschrieb das Wochenende als „vollstes Wochenende“ in Dover seit 2019. In den vergangenen beiden Jahren hatten aufgrund von Reisebeschränkungen viele Britinnen und Briten auf Urlaub im Ausland verzichtet, entsprechend groß ist die Reiselust in diesem Sommer.

Hafenmodernisierung abgelehnt

Die britische Regierung habe dem „Guardian“ zufolge abgelehnt, die Hafenterminals in der Folge des Brexit zu modernisieren, was schnellere Grenzkontrollen ermöglicht hätte. Statt den geforderten 33 Millionen Pfund habe man lediglich 33.000 Pfund bewilligt – gerade einmal 0,1 Prozent der geforderten Summe. Der Hafen warnte bereits damals, dass die „Uhr tickt“. Roger Gough, Vorsitzender des Grafschaftsrats von Kent, sagte schon damals voraus: „Das System am Hafen von Dover ist empfindlich, und es braucht nicht viel, bis es bricht.“

Dover: Autos stehen an der Abfertigung im Hafen von Dover in Kent Schlange zu Beginn der Sommerferien in England und Wales.

Dover: Autos stehen an der Abfertigung im Hafen von Dover in Kent Schlange zu Beginn der Sommerferien in England und Wales.

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Reisende, die möglichst reibungslos mit der Fähre zwischen Großbritannien und Frankreich fahren möchten, sollten das Terminal in Dover am frühen Morgen erreichen, um allzu lange Wartezeiten zu vermeiden. Es empfiehlt sich zudem, die Reise nicht auf das Wochenende zu legen, da es dann traditionell besonders voll wird.

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RND/vh/dpa

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