Überblick zum Sommer

Diese Airlines haben die meisten Flüge in Deutschland gestrichen

Wegen des Personalmangels mussten viele Flugzeuge am Boden bleiben.

Wegen des Personalmangels mussten viele Flugzeuge am Boden bleiben.

Viele urlaubshungrige Menschen aus Deutschland bangen derzeit um ihren Ferienflug. Etliche Airlines haben bereits den Sommerflugplan zusammengestrichen – und fast täglich erscheinen neue Meldungen über Streiks, Extremwarteschlangen und Annullierungen in den Medien. Das Fluggastrechteportal „Flightright“ hat jetzt herausgefunden, welche Airlines in den vergangenen Monaten die meisten Verbindungen abgesagt haben.

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Den ersten Platz im Ranking belegt die Lufthansa-Gruppe. Im Monat Juni haben die zugehörigen Airlines insgesamt 1841 Flüge gestrichen, davon entfallen 762 auf die Lufthansa, 709 auf Eurowings und 370 auf Lufthansa City Line. KLM Cityhopper landet mit 129 annullierten Flügen auf Platz 2, gefolgt von Easyjet (106 Flüge), Wizzair (40 Flüge) und Ryanair (30 Flüge).

Zuletzt hatten auch British Airways und SAS weitere Streichungen für den Juli angekündigt. Im Juni waren diese Airlines allerdings noch weniger betroffen: British Airways hatte 16 Flüge aus Deutschland gestrichen und 313 aus Großbritannien. Bei der SAS sind es drei aus Deutschland sowie 61 aus Schweden.

Weitere Annullierungen möglich

Bereits im Mai deutete sich an, dass es an den Flughäfen in Deutschland im Sommer trubelig zugehen wird. Auch in diesem Monat fielen etliche Flüge aus, die meisten erneut in der Lufthansa-Gruppe: Lufthansa selbst strich 254 Verbindungen, bei Eurowings waren es 131 und bei der Lufthansa City Line 111 (gesamt: 496 Flüge). Auf dem zweiten Platz liegt Easyjet mit 76 ausgefallenen Flügen, gefolgt von KLM Cityhopper (69), Tuifly (10) und Condor (3).

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Auch im erst eine Woche alten Monat Juli wurden bereits zahlreiche Verbindungen gestrichen. Claudia Brosche, Fluggastrechtsexpertin bei „Flightright“, geht davon aus, dass weitere folgen werden. Es bestehe „immer noch ein hohes Risiko weiterer Annullierungen“, so die Expertin.

Tatsächlich: An diesem Donnerstag kündigte die Lufthansa an, kurzfristig vom 8. bis 14. Juli weitere Flüge streichen zu müssen. Teils seien bis zu 18 Prozent der Verbindungen pro Tag betroffen, so ein Airlinesprecher zum RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Fluggastrechteexpertin kritisiert Managementfehler

Damit könnten Airlines das Vertrauen der Kundinnen und Kunden verspielen. „Es ist kein Zufall, dass die Lufthansa-Group einsam an der Spitze der stornierten Flüge steht. Lufthansa Chef Spohr räumt auch nicht grundlos ein, es mit dem Sparen die letzten Jahre an der ein oder anderen Stelle übertrieben zu haben und musste sich bei der Öffentlichkeit für das Versagen der Airline entschuldigen“, sagt Brosche, Fluggastrechteexpertin bei „Flightright“.

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Frankfurt/Main: Eine Passagiermaschine vom Typ Boeing 747 der Lufthansa startet vor dem Tower des Flughafens Frankfurt zu einem Transatlantikflug.

Frankfurt/Main: Eine Passagiermaschine vom Typ Boeing 747 der Lufthansa startet vor dem Tower des Flughafens Frankfurt zu einem Transatlantikflug.

Fehler sieht sie unter anderem in der Personalpolitik. Sie kritisiert, dass die Airline viele Pilotinnen und Piloten mit teils sechsstelligen Abfindungen gelockt habe, aus dem Unternehmen auszusteigen. Betroffen waren insbesondere Pilotinnen und Piloten für den A380, da Lufthanse den großen Flieger ursprünglich nicht mehr nutzen wollte. Kürzlich hat Lufthansa bekanntgegeben, dass die Flieger doch im Programm bleiben; jetzt fehlen die Menschen, die sie steuern können. „Dies sind klare Anzeichen für Managementfehler bei Lufthansa während der Krisenzeit. Die Leidtragenden sind vor allem die Passagierinnen und Passagiere“, sagt Brosche.

Expertin bemängelt Service

Zudem habe sich der Service bei Deutschlands größtem Passagierflugunternehmen verschlechtert: „Zahlreiche Lufthansa-Kundinnen und -Kunden berichten uns seit Pandemiebeginn von Hotlines, die nicht erreichbar sind, zum Teil selbst für Vielflieger mit Senatorstatus nicht. Wenn selbst Premium-Airlines einen Service anbieten, den man nur von Low-Cost-Carriern erwartet, dann wird das Ansehen dieser Airlines stark beschädigt. Auffällig ist, dass besonders die Low-Cost-Carrier wie easyJet oder Ryanair bei den Stornierungszahlen einigermaßen gut abschneiden.

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