“Simpsons”-Produzent James L. Brooks wird 80

Los Angeles. Ohne James L. Brooks hätten es Stars wie Jack Nicholson, Shirley MacLaine und Helen Hunt in Hollywood wohl nicht so weit gebracht. Nicholson verdankt der Zusammenarbeit mit dem Regisseur und Drehbuchautor gleich zwei seiner drei Oscar-Trophäen. In der sarkastischen Komödie "Besser geht's nicht" (1998) brillierte er als grantig-neurotischer Schriftsteller, der seinen Mitmenschen das Leben schwer macht. Nur eine Kellnerin (Helen Hunt) wird von seinen Beleidigungen verschont. Nicholson und Hunt holten beide den Hauptdarsteller-Oscar.

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Brooks, der an diesem Samstag (9. Mai) 80 Jahre alt wird, castete Nicholson zuvor schon in dem Mutter-Tochter-Drama "Zeit der Zärtlichkeit" (1984) als Liebhaber einer kratzbürstigen Witwe (Shirley MacLaine), die mit ihrer Tochter im Clinch liegt. Nicholson nahm den Nebendarsteller-Oscar entgegen, MacLaine nach fünf Hauptdarsteller-Nominierungen ihren ersten Oscar überhaupt.

Acht Oscar-Nominierungen bei gerade einmal sechs Spielfilmen

Doch die eigentliche Sensation auf der Oscar-Bühne war damals der Hollywood-Neuling Brooks. Mit 43 Jahren hatte er gerade seinen ersten Spielfilm gedreht und gewann auf Anhieb die Trophäen als bester Regisseur, Drehbuchautor und den Spitzen-Oscar als Produzent des besten Films. Er gehört damit zu einer kleinen Elite von Multitalenten, darunter Billy Wilder, Francis Ford Coppola und Peter Jackson, die in einer Oscar-Nacht gleich drei Preise abräumen konnten.

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Der gebürtige New Yorker Brooks ist ein Hollywood-Sonderling. In seiner langen Laufbahn drehte er gerade sechs Spielfilme, doch acht Mal wurde er für einen Oscar nominiert. Ein Hit war auch die Mediensatire "Nachrichtenfieber-Broadcast News" (1987) über ein romantisches Dreiecksverhältnis im knallharten Journalistenmilieu eines amerikanischen Nachrichtensenders.

Vom Nachrichtenschreiber zum TV-Produzenten

Der deutsche Star-Kameramann Michael Ballhaus setzte William Hurt, Holly Hunter und Albert Brooks in Szene. Regisseur Brooks stellte den Film bei der Berlinale vor und warnte damals vor der Ausbreitung von "Nachrichtenshows" im Journalismus, die "langsam aber sicher unsere Maßstäbe senken".

Das Arbeitsmilieu bei US-Networks kannte der Regisseur aus eigener Erfahrung. In den 1960er Jahren startete er als Nachrichtenschreiber in New York, in Hollywood stieg er dann zum TV-Produzenten auf. Der erste Hit war die freche "Mary Tyler Moore Show" (1970-1977) über eine unverheiratete TV-Produzentin bei einem Nachrichtensender, die ihr Single-Leben auskostet und beruflich Erfolg hat.

“Simpsons” sind eines der erfolgreichsten TV-Formate der Welt

Brooks holte damals die ersten seiner inzwischen 20 Emmy-Trophäen, weitere räumte er vor allem mit der Kult-Serie "Die Simpsons" ab. Zusammen mit dem "Simpsons"-Schöpfer Matt Groening machte Produzent Brooks die schräge Familie um Vater Homer und Mutter Marge zur langlebigsten US-Hauptabendserie und zu einem der erfolgreichsten TV-Formate der Welt.

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Beim New Yorker Tribeca Film Festival im vorigen Jahr feierten Groening und Brooks das 30. "Simpsons"-Jubiläum. In einer Talkrunde witzelte der Produzent über seinen Erfolg. Er habe sich als Schüler immer als "totaler Verlierer" gefühlt. Tatsächlich war er in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, der Vater hatte die Familie früh verlassen.

Reese Witherspoon und Owen Wilson bei letztem Kinofilm dabei

Auf die Frage, was ihn nachts wach halte, kam die bissige Antwort: "Ich leide an Schlaflosigkeit, seitdem Donald Trump Präsident ist." Auf Twitter, wo er sich als "Autor, Regisseur, normaler Typ" beschreibt, teilt Brooks oft gegen den US-Präsidenten aus.

Bei "Die Simpsons" mischt Brooks mit seiner Produktionsfirma "Gracie Films" weiterhin mit. Neue Spielfilmprojekte sind derzeit aber nicht bekannt. Eine Anfrage bei seinem Sprecherteam, ob der 80-Jährige weitere Projekte plane, blieb ohne Antwort.

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Mit der Beziehungskomödie "Woher weißt du, dass es Liebe ist?" brachte Brooks 2010 sein letztes Regiewerk auf die Leinwand. Dafür konnte er Hollywood-Stars wie Reese Witherspoon, Owen Wilson und Paul Rudd als Hauptdarsteller gewinnen. Auch Jack Nicholson - in seinem bisher letzten Auftritt - ist in einer Nebenrolle dabei.

RND/dpa

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