Pornostar Stormy Daniels um 300.000 Dollar betrogen: Ex-Staranwalt Michael Avenatti schuldig

Bild aus gemeinsamen Zeiten: Stormy Daniels und ihr Anwalt Michael Avenatti.

Bild aus gemeinsamen Zeiten: Stormy Daniels und ihr Anwalt Michael Avenatti.

New York. Der einstige US-Staranwalt Michael Avenatti ist von einem Gericht des Betrugs an seiner früheren Mandantin Stormy Daniels für schuldig befunden worden. Ein Bundesgericht in Manhattan sah es am Freitag als erwiesen an, dass der Jurist die Pornodarstellerin um fast 300.000 Dollar (rund 264.000 Euro) erleichterte, die ein Anteil ihres Buchs über ihre angebliche Affäre mit Ex-Präsident Donald Trump gewesen seien. Avenatti hat Vorwürfe des Betrugs und Identitätsklau vehement zurückgewiesen.

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Kurz nach Prozessbeginn hatte er seine Anwälte gefeuert und sich selbst vertreten. Über zwei Tage hinweg nahm Avenatti seine frühere Mandantin mit dem bürgerlichen Namen Stephanie Clifford in ein Kreuzverhör, in dem er ihre Vorwürfe infragestellte. Zudem quetschte er sie über Geistergeschichten aus, die sie in Vorbereitung auf eine mögliche TV-Show über paranormale Aktivitäten erzählt hatte.

Durch Anwalt von Stormy Daniels bekannt geworden

Die Staatsanwaltschaft warf Avenatti vor, Daniels als eine Verrückte darstellen zu wollen. Damit betreibe er eine Täter-Opfer-Umkehr, mit der der beschuldigte Anwalt jedoch nicht sein Argument stütze, dass seine Ex-Mandantin ihm das Geld geschuldet habe. „Ganz egal ob Sie denken, dass es abgedreht ist, an das Übernatürliche zu glauben, oder ob Sie denken, dass es seltsam ist. Sie kann glauben, was sie will und dabei nach wie vor vom Angeklagten bestohlen worden sein und das nicht verdient haben“, erklärte Staatsanwalt Mathew Podolsky. Er verglich Avenatti zudem mit einem Kassierer in einem Geschäft, der 1000 Dollar aus der Kasse stehle und sich damit rechtfertige, dass er ganz hart gearbeitet und sich daher einen Bonus verdient habe.

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Bekanntheit erlangte Avenatti vor allem durch Stormy Daniels. Seine Ex-Mandantin hatte nach eigenen Angaben im Jahr 2006 mit dem damals verheirateten Trump Sex, was der spätere Präsident bestritten hat. Im Zentrum des Rechtsstreits, in dem Avenatti sie vertrat, stand eine Schweigegeldvereinbarung, durch die der Pornostar die angebliche Affäre unter der Decke halten sollte. Daniels hatte auf Auflösung des Deals geklagt.

Bereits zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt

Durch seine Prominenz als Anwalt von Stormy Daniels schwang sich Avenatti in der Frühphase der Amtszeit Trumps zu einem seiner bekanntesten Gegner auf, in zahlreichen Auftritten im Kabelfernsehen nahm er den damaligen Präsidenten aufs Korn. Mit Daniels überwarf sich Avenatti dann aber später, als sie erfuhr, dass er einen Anteil ihres Buchdeals im Umfang von 800.000 Dollar eingeheimst haben soll.

De Ex-Anwalt hat noch mehr Ärger mit der Justiz. So muss Avenatti eine zweieinhalbjährige Haftstrafe wegen versuchter Erpressung des Nike-Konzerns antreten. Er soll dem Sportartikelhersteller gedroht haben, mit geschäftsschädigenden Vorwürfen angeblichen Fehlverhaltens von Nike-Mitarbeitern an die Öffentlichkeit zu gehen, wenn er nicht bis zu 25 Millionen Dollar bekomme. Und in Los Angeles erwartet ihn ein neu aufgerolltes Verfahren, weil er Millionen Dollar von Klienten unterschlagen haben soll.

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RND/AP

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