Vorwurf der Volksverhetzung

Iranischer Filmemacher und Berlinale-Gewinner Mohammed Rassulof verhaftet

Der iranische Regisseur Mohammed Rassulof. (Archivfoto)

Der iranische Regisseur Mohammed Rassulof. (Archivfoto)

Teheran. Der iranische Filmemacher und Berlinale-Gewinner Mohammed Rassulof und ein Kollege sind wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung verhaftet worden. Zusammen mit Mostafa Al-Ahmad soll Rassulof mit einem Aufruf gegen Gewalt die öffentliche Ordnung gefährdet und dabei auch mit Regimegegnern zusammengearbeitet haben, so die Justizbehörde am laut staatlicher Nachrichtenagentur IRNA. Weitere Details zu der Verhaftung der beiden Filmemacher gab es am Freitagabend vorerst nicht.

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Hintergrund des Appels gegen Gewalt ist der Einsturz einer Einkaufspassage in der südwestiranischen Abadab im Mai diesen Jahres, bei dem mehr als 40 Menschen ums Leben kamen. Daraufhin gab es in Abadan regimekritische Proteste, die von Polizei und Sicherheitskräften gewaltsam unterdrückt wurden. Mit dem angeblich von Rassulof und Al-Ahmad initiierten Appell und den Hashtag „Put your gun down“ - Legt eure Waffe nieder - forderten über 70 Personen aus der iranischen Filmindustrie ein Ende der Polizeigewalt.

Der 49-jährige Rassulof, der 2020 den Goldenen Bär der Berlinale für seinen Film „Es gibt kein Böses“ erhalten hatte, gilt im Land als ein regimekritischer Filmemacher. Trotz langjährigen Berufsverbots schaffte er es aber immer wieder Filme zu machen. Er selbst lebt abwechselnd in Teheran und Hamburg.

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RND/dpa

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