Kondolenzschreiben

„Mitreißende Künstlerin“: Bundespräsident Steinmeier würdigt Eva-Maria Hagen

Eva-Maria Hagen bei einer Lesung (Archivbild).

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Berlin. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) haben die verstorbene Eva-Maria Hagen gewürdigt.

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Sie sei eine „mitreißende Künstlerin“ gewesen, heißt es in einem am Samstag in Berlin veröffentlichten Kondolenzschreiben des Bundespräsidenten an die Tochter Nina Hagen. Darin schreibt Steinmeier, Eva-Maria Hagen sei so reich gesegnet gewesen mit Talent, „dass sie gleich auf mehreren Feldern brillierte, ob als Schauspielerin, Chansonnière oder Schriftstellerin“.

Hagen war am Dienstag im Alter von 87 Jahren gestorben. In ihrem Leben hätten sich wie in vielen ostdeutschen Künstlerbiografien die Abgründe der Diktatur und der deutschen Teilung widergespiegelt, erinnerte der Bundespräsident. „Als Wolf Biermann 1976 ausgebürgert wurde, protestierte Ihre Mutter, zusammen mit vielen anderen - und ging selbst in den Westen.“ Sie habe sich für die Freiheit der Künstlerin und gegen den staatlichen Plan von einer der Obrigkeit dienlichen und gesteuerten Karriere entschieden, heißt es in dem Brief. Eva-Maria Hagen werde „als Mensch, Künstlerin und Zeitzeugin fehlen“.

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„Selten vielseitige Künstlerin“

Giffey würdigte Hagen am Samstag in Berlin als „selten vielseitige Künstlerin“. Deren Biografie habe viele Schauplätze und als Schauspielerin habe sie viele Bühnen gehabt. Berlin sei jedoch immer wieder der Ort ihrer Kunst und ihres Lebens gewesen. Bis zuletzt habe sie neben anderen Orten auch dort gelebt.

Nach ihrem Debüt von 1953 im Berliner Ensemble habe Hagen rasch die Herzen des Publikums erobert, so Giffey. Ebenso wie in Ost-Berlin sei ihr das nach der Wende im Westen gelungen, als sie ihre Karriere als Chansonsängerin aufbaute. Hagen sei wegen ihrer lauten Kritik am DDR-Regime von der Staatssicherheit unter Druck gesetzt und entlassen worden.

Gegen sie sei ein Berufsverbot verhängt worden, bis sie und ihre Tochter 1977 in den Westen ausgewandert seien, erinnerte Giffey. Die Theaterstadt Berlin trauere um eine bedeutende Schauspielerin.

RND/epd

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