Golden Globe für Hans Zimmer: Wie der Deutsche zum Steven Spielberg der Soundtracks wurde

Der deutsche Starkomponist Hans Zimmer (64) hat eine weitere Golden-Globe-Trophäe gewonnen. Der gebürtige Frankfurter holte mit seiner Komposition für das Science-Fiction-Drama „Dune“ den Preis des Verbands der Auslandspresse (HFPA). Es war seine 14. Nominierung in der Sparte „Beste Filmmusik“.

Der deutsche Starkomponist Hans Zimmer (64) hat eine weitere Golden-Globe-Trophäe gewonnen. Der gebürtige Frankfurter holte mit seiner Komposition für das Science-Fiction-Drama „Dune“ den Preis des Verbands der Auslandspresse (HFPA). Es war seine 14. Nominierung in der Sparte „Beste Filmmusik“.

In diesem Jahr gab es deutlich weniger Glanz und Glamour bei den Golden Globes: Zum 79. Mal wurden die Preise vom Verband der Auslandspresse in Hollywood (HFPA) in Los Angeles vergeben, und das in deutlich reduzierter Form. Der einzige Deutsche unter den Siegerinnen und Siegern, die in den sozialen Netzwerken bekannt gegeben wurden, war der Frankfurter Komponist Hans Zimmer. Er gewann seinen dritten Golden Globe für das Science-Fiction-Drama „Dune“.

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Für Zimmer war es die 14. Nominierung in der Sparte „Beste Filmmusik“. Die goldene Trophäe, die als Vorbote des Oscars gilt, gewann er zuvor bereits zwei Mal: 2001 für „Gladiator“, 1995 für „König der Löwen“ – für letzteren bekam er auch den Oscar. Doch bis zu seinem Durchbruch in Hollywood war es ein langer und auch ungewöhnlicher Weg.

Vom Kinderzimmer nach London

Denn Zimmer, der 1957 in Frankfurt am Main geboren wurde, absolvierte nicht etwa ein klassisches Filmmusikstudium. Er nahm stattdessen den Umweg über die Pop-Musik. Nach seinem Abitur zog er nach London, wo er sein Geld mit dem Komponieren von Radio- und Werbejingles verdiente. In dieser Zeit war der Autodidakt auch an der Entstehung des Buggles-Hits „Video Killed the Radio Star“ beteiligt.

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Ein Zufall verändert alles

Es folgte eine Begegnung, die sein Leben verändern sollte. Zimmer traf den Filmmusikkomponisten Stanley Myers, der etwa für den Soundtrack des Films „Die durch die Hölle gehen“ verantwortlich ist. Obwohl Zimmer nie wirklich Klavier- oder Musikunterricht hatte, entdeckte er so seine Liebe für die Musik zur großen Leinwand. Schnell zog er als Myers Assistent erste kleine Aufträge an Land.

Mit der Musik zu „Miss Daisy und ihr Chauffeur“, seinem ersten Auftrag aus den USA, war der Durchbruch für Zimmer zum Greifen nah. Es folgte der Film „Rain Man“ im Jahr 1988. In dem Roadmovie müssen sich zwei ungleiche Brüder auf einer Autofahrt durch die USA erneut kennenlernen. Die Filmmusik wurde für den Oscar nominiert – und Zimmer war angekommen im Hollywoodolymp.

Er gründete sein eigenes Studio und komponierte von da an Musik für die größten Filmklassiker. Dazu zählen etwa Pearl Harbour, Last Samurai, The Da Vinci Code – Sakrileg, die Fluch der Karibik-Filme oder Inception.

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Synthie-Style als Markenzeichen

Besonders an Zimmers Musik ist sein Markenzeichen, das sich in den 1990er etablierte. So glänzte er durch seinen innovativen Musikstil aus Orchester- und Synthesizerklängen und seiner Erfindung dem „Wall to Wall Score“. Bei dieser Art der Vertonung unterlegt man den Film durchgehend mit Musik.

Für Dune in neue Sphären

Einen Schritt weiter ging Zimmer bei der Komposition der Musik zu „Dune“. Hier erschuf er nicht nur einen neuen, überirdisch klingenden Soundtrack, sondern erfand auch eigene Musikinstrumente und eine eigene Sprache. „Ich wusste, die Musik ist nicht aus unserer Welt. Sie muss klingen, wie von einem anderen Planeten, aus einer anderen Zeit“, sagt er in einem Making-Of zum Film.

Wie viele andere Gewinnerinnen und Gewinner äußerte sich auch Zimmer zunächst nicht zu seiner Auszeichnung bei den Globes. Der HFPA ist im vergangenen Jahr in eine tiefe Krise geraten, nachdem die „Los Angeles Times“ unter anderem enthüllt hatte, dass unter den 87 Mitgliedern kein einziger schwarzer Journalist oder Journalistin war und Mitglieder sich möglicherweise gegen Einladungen beeinflussen ließen. Ob Zimmer mit seinem „Herzensprojekt“, wie er es selbst nennt, auch den Oscar gewinnen wird, zeigt sich am 27. März 2022.

RND/lka

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