Krieg in der Ukraine

„Z“ auf russischen Panzern: Wofür steht die Markierung?

Ein russischer Soldat fährt einen Panzer nahe der Grenze zur Ukraine auf der 2014 von Russland annektierten Krim. Hinter ihm und auf der Vorderseite des Panzers ist der Buchstabe Z zu sehen. Im Internet gibt es reichlich Spekulationen zu der besonderen Markierung. Doch wofür steht sie wirklich?

Mit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine rücken auch Panzer und Militärfahrzeuge immer weiter in das Land vor. Auf ihnen sieht man häufig Symbole, die mit weißer Farbe aufgemalt wurden. Vor allem ein „Z“ oder ein „O“ markiert häufig russische Streitkräfte. Doch wofür stehen die Symbole?

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Bisher sind im russischen Krieg gegen die Ukraine vor allem Bilder von russischen Panzern und Lastwagen zu sehen, die ein mit weißer Farbe aufgemaltes „Z“-Symbol tragen. Das Besondere: Im russischen Alphabet existiert der Buchstabe Z überhaupt nicht.

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Einige Militärexperten glaubten bislang, dass die verschiedenen Markierungen helfen sollen, die eigenen Fahrzeuge von den Panzern der Ukraine zu unterscheiden. So verfüge auch die Ukraine als ehemalige Sowjetrepublik über zahlreiches Gerät im Fuhrpark, das mit dem russischen Material leicht verwechselt werden könnte, so verschiedene Fachzeitschriften. Ein „Z“ auf den Seiten eines Panzers könne dazu dienen, „Friendly Fire“ zu verhindern, also den Teambeschuss von russischen Streitkräften auf ihre Kameraden.

Allerdings seien die „Z“-Markierungen in den meisten Fällen nicht geeignet, um aus der Luft von Kampfflugzeugen identifiziert zu werden. Bodentruppen und Helikopter könnten die Markierung zwar erkennen, in vielen Fällen ist sie jedoch sehr klein aufgemalt. Daher glauben andere Experten, dass die Markierungen dazu dienen, verschiedene Einheiten mit unterschiedlichem Auftrag anzuzeigen.

Symbol für Herkunft oder Ziel?

Die Symbole seien „offensichtlich eine neue Taktik“, meint Rob Lee vom Kriegsforschungsinstitut am Londoner King’s College. „Der wahrscheinlichste Grund, warum die russischen Streitkräfte diese Art von Symbolen angebracht haben, ist, eine andere Taskforce oder Staffel anzuzeigen“, so Lee im Fachmagazin „Task & Purpose“. So gibt es verschiedene Versionen der Markierungen – manchmal ist das Z in ein Dreieck eingeschrieben, manchmal in ein Quadrat oder einen Kreis. Auch andere Markierungen wurden gesichtet: diagonale Linien, ein „O“ und auch „V“.

 Russia Ukraine Military Operation 8128394 28.02.2022 A T-72 B3 tank drives along a road near the border between Russia and Ukraine in Belgorod region, Russia. On February 24 Russian President Vladimir Putin announced a military operation in Ukraine following recognition of independence of breakaway Donetsk and Luhansk republics. Mikhail Voskresenskiy / Sputnik Belgorod region Russia PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xMikhailxVoskresenskiyx

Russia Ukraine Military Operation 8128394 28.02.2022 A T-72 B3 tank drives along a road near the border between Russia and Ukraine in Belgorod region, Russia. On February 24 Russian President Vladimir Putin announced a military operation in Ukraine following recognition of independence of breakaway Donetsk and Luhansk republics. Mikhail Voskresenskiy / Sputnik Belgorod region Russia PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xMikhailxVoskresenskiyx

Einerseits sei es möglich, dass die russischen Kriegsfahrzeuge so ihre Destination zeigen – diese Vermutung teilt auch Lee. Andere vermuten jedoch, „Z“, „O“ und „V“ stünden für die Herkunft der Streitkräfte. Laut der Militär-Plattform „Sofrep“ könne beispielsweise ein „V“-Symbol für Streitkräfte der russischen Marine stehen, das häufig gesichtete „Z“ für Einheiten der östlichen Militärdistrikte. Ein „O“ wiederum stehe laut der Plattform für belarussische Truppen.

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Ob die Markierungen letztendlich für die Herkunft, Destination oder zur Unterscheidung von feindlichen Truppen dienen, wurde von offizieller Seite bislang nicht kommuniziert.

RND/hyd

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