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„Wir hatten nichts“

Flüchtlinge aus Mariupol berichten von katastrophalen Bedingungen

Bewohner verlassen die völlig zerstörte Stadt Mariupol im Südosten der Ukraine.

Nach ihrer Flucht aus Mariupol haben mehrere Familien der Nachrichtenagentur AP die katastrophalen Bedingungen in der Küstenstadt am Asowschen Meer geschildert. Mit Wasser aus einem Brunnen und spärlichem Essen von einem behelfsmäßigen Herd hätten sie sich über Wochen der russischen Belagerung und Besatzung am Leben gehalten, sagte Anastasija Dembytska am Montag der AP nach ihrer Ankunft in Saporischschja. Sie habe die kurze Waffenruhe zur Evakuierung von Zivilisten aus dem Stahlwerk Azovstal am Sonntag genutzt, um mit ihrer Tochter, ihrem Neffen und einem Hund zu fliehen. Manchmal habe sie es gewagt, aus ihrem Fenster zu schauen, dann habe sie das Stahlwerk erkennen können, oft mit dichten Rauchwolken darüber. „Wir konnten die Raketen fliegen sehen“, sagte sie der AP.

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Olena Gibert gelang ebenfalls die Flucht aus Mariupol in einem Privatauto. Wer selbst keinen fahrbaren Untersatz habe, der habe keine Chance, aus der Stadt rauszukommen, sagte sie in einem Aufnahmezentrum in Saporischschja. „Sie sind verzweifelt. Ihr müsst sie holen. Die Leute haben nichts. Wir hatten nichts.“

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Aus dem belagerten Asow-Stahlwerk in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol wurden nach russischen Militärangaben seit Samstag bisher 126 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Mehr als die Hälfte von ihnen entschied sich demnach für ukrainisch kontrolliertes Gebiet. „Die 69 Zivilisten, die sich entschieden haben, in das vom Kiewer Regime kontrollierte Gebiet zu flüchten, wurden Vertretern der UN und des Roten Kreuzes übergeben und fahren derzeit in einer Fahrzeugkolonne Richtung Saporischja“, teilte das russische Verteidigungsministerium am Montag mit. Das Militär garantiere die Sicherheit des humanitären Korridors, hieß es weiter.

An der internationalen Rettungsmission sind auch die Vereinten Nationen und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) beteiligt, wie ein IKRK-Sprecher bestätigte. Ukrainischen Angaben zufolge sollen in den Bunkeranlagen des Werks noch etwa 1000 Zivilisten eingeschlossen sein. Russland spricht von etwa 2500 Menschen, insbesondere Militärs und „ausländischen Söldnern“.

RND/AP/dpa

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