Wie geht es weiter mit der Corona-Warn-App?

Die Corona-Warn-App wird auf dem Display eines Smartphones angezeigt.

Die Corona-Warn-App wird auf dem Display eines Smartphones angezeigt.

Berlin. Die Corona-Warn-App wurde bislang rund 22,5 Millionen Mal heruntergeladen. Sie ist damit eine der erfolgreichsten Anwendungen dieser Art weltweit.

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Welche Probleme bestehen bei der Corona-Warn-App?

Nach Angaben der Bundesregierung melden täglich bis zu 3000 Nutzer in der App, dass sie positiv auf Corona getestet wurden. Nur dann kann die App andere Nutzer vor einer Risikobegegnung warnen. Angesichts der aktuellen Infektionszahlen von bis zu 15.000 Fällen am Tag muss davon ausgegangen werden, dass viele Betroffene das positive Testergebnis jedoch nicht melden. Nach Schätzungen des Gesundheitsministeriums liegt diese Rate bei rund 40 Prozent. Auch deshalb wollen Bund und Länder der App in den kommenden sechs Wochen drei Updates verpassen.

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Was soll konkret geändert werden?

Künftig sollen die Risikokontakte nicht nur einmal am Tag aktualisiert werden, sondern bis zu sechs Mal. Damit kann die App wesentlich schneller warnen als bisher. Zudem soll eine “Erinnerungsfunktion” in die Anwendung eingebaut werden. Zwei Stunden nach dem Anzeigen des positiven Testergebnisses soll der Nutzer durch eine Benachrichtigung darüber informiert werden, dass er das Ergebnis noch nicht geteilt hat. Nach vier Stunden soll es eine weitere Erinnerung geben. Außerdem ist geplant, die Benutzeroberfläche zu vereinfachen, um das Eintragen des Testergebnisses zu erleichtern.

Warum wird ein positives Testergebnis nicht automatisch an andere Nutzer weiter gemeldet?

Das entspricht einer aktuellen Forderung der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Sie schlägt entweder eine Verpflichtung zur Weiterleitung vor oder die Möglichkeit, sie über eine “Opt-Out”-Regel auszuschalten zu können. Technisch wäre eine Automatik umsetzbar, es bestehen aber in der Bundesregierung starke Bedenken, dass damit die Akzeptanz der App in der Bevölkerung deutlich sinkt. Deshalb hat sie diese Varianten bereits verworfen.

Welche Updates soll es noch geben?

Nach wie vor ist die Abstandsmessung per Bluetooth nicht sonderlich genau. Die von Apple und Google dafür zur Verfügung gestellte Schnittstelle wurde inzwischen aber weiterentwickelt und soll nun in die App eingebaut werden. Sie liefert zuverlässigere Daten, womit sich die Genauigkeit der Risikoermittlung erhöht. Zudem sollen die Nutzer animiert werden, sich öfter als bisher mit der App zu beschäftigen. Dazu sollen mehr Informationen zur Verfügung gestellt werden, etwa über den Verlauf der Pandemie und aktuelle Kennzahlen zur Warn-App. Geprüft wird zudem, ob ein freiwilliges Kontakttagebuch in die App integriert werden kann. Das dürfte aber frühestens 2021 kommen.

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Was soll nicht geändert werden?

Um die Akzeptanz der App in der Bevölkerung nicht zu gefährden, will die Bundesregierung nicht an deren Grundstruktur rütteln, die aufgrund einer heftigen Debatte vor der Einführung im Frühjahr auf maximalen Datenschutz setzt. Zur Erinnerung: Die App nutzt zufällig generierte Zahlencodes, die bei einer Begegnung zwischen den Smartphones der Nutzer ausgetauscht werden. Persönliche Daten oder Standortinformationen sind nicht Bestandteil der Codes. Das Zusammentreffen von zwei App-Nutzern wird registriert, in dem die Zahlencodes in Kontaktlisten abgespeichert werden. Diese Listen liegen nicht auf einem zentralen Server, sondern nur in den jeweiligen Handys. Die Regierung will zudem an der freiwilligen Meldung eines positiven Testergebnisses festhalten.

Die App soll Infektionsherde besser anzeigen – sind dazu nicht die Standortinformationen nötig?

Nicht unbedingt. Nach Ansicht der Datenschutzexperten könnte dazu ein zufällig generierter QR-Code genutzt werden, der allen Teilnehmern eines spontanen Treffens oder Meetings zum Scannen zur Verfügung gestellt oder auch dauerhaft von Restaurants oder kulturellen Einrichtungen genutzt wird. Die Information, dass eine Person Teil einer Zusammenkunft war, wird dann ebenfalls nur auf dem eigenen Gerät gespeichert. Die Alarmierung erfolgt dann wie gehabt über die App. Mit dieser Methode ließe sich also ermitteln, dass man Teil eines gefährlichen Clusters war. Gesundheitsminister Spahn will prüfen lassen, ob diese Methode im Rahmen der App-Architektur umsetzbar ist. Das Ministerium verweist allerdings darauf, dass das Risiko von “signifikant erhöhten Falsch-Positiv-Meldungen” beherrschbar sein müsse.

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