Weltklimagifpel: Johnson knüpft Klima-Investitionen an Wirtschaftswachstum

Der britische Premierminister Boris Johnson macht angekündigte Investitionen in den Klimaschutz davon abhängig, dass die Wirtschaft seines Landes wächst wie erwartet.

Der britische Premierminister Boris Johnson macht angekündigte Investitionen in den Klimaschutz davon abhängig, dass die Wirtschaft seines Landes wächst wie erwartet.

Glasgow. Der britische Premierminister Boris Johnson macht angekündigte Investitionen in den Klimaschutz davon abhängig, dass die Wirtschaft seines Landes wächst wie erwartet. Großbritannien wolle bis 2025 eine Milliarde Pfund (rund 1,18 Mrd Euro) mehr in die Finanzierung von Klimamaßnahmen stecken, kündigte Johnson zum Auftakt des Weltklimagipfels COP26 in Glasgow an.

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Das gilt aber nur für den Fall, dass die Konjunktur wie prognostiziert zulegt. Bislang hatte Großbritannien vorgesehen, zwischen 2021 und 2026 insgesamt 11,6 Milliarden Pfund für ärmere Länder im Kampf gegen die Klimakrise locker zu machen.

Hilfen aus dem Topf für internationale Entwicklungshilfe

Die nun angekündigte zusätzliche Milliarde soll aus dem Topf für internationale Entwicklungshilfe kommen, für den im Haushaltsjahr 2024/25 - im Fall einer sich entsprechend erholenden Wirtschaft - wieder 0,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes vorgesehen sind.

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Die britische Regierung hatte diesen Topf wegen der wirtschaftlichen Belastungen durch die Corona-Pandemie für die nächsten Jahre auf 0,5 Prozent der Wirtschaftsleistung gekürzt und dafür massive Kritik von humanitären Organisationen, aber auch von Abgeordneten aus den eigenen Reihen erhalten.

Klimafinanzierung is strittiges Thema

Die Klimafinanzierung ist ein besonders strittiges Thema bei den Verhandlungen in Glasgow: Bereits einige Tage vor Beginn der COP26 hatten die Industriestaaten eingeräumt, das Ziel von 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr für weniger entwickelte Staaten erst 2023 erstmalig zu erreichen - und damit drei Jahre später als geplant.

Johnson fordert die Staats- und Regierungschefs auf der Weltklimakonferenz COP26 auf, bei der Bekämpfung des Klimawandels zu handeln und über ihre finanziellen Zusagen an die Entwicklungsländer hinauszugehen. „Für die Menschheit ist die Uhr beim Klimawandel schon lange abgelaufen. Es ist eine Minute vor Mitternacht und wir müssen jetzt handeln“, wird Johnson bei der Eröffnungszeremonie sagen. Dies geht aus Auszügen seiner Rede hervor, die sein Büro am Sonntag vorab veröffentlichte. „Wenn wir heute nicht ernsthaft gegen den Klimawandel vorgehen, wird es für unsere Kinder morgen zu spät sein.“

Boris Johnson: „Wir müssen jetzt handeln“

Am Montag wird Johnson genauso wie Dutzende andere Staats- und Regierungschefs in Glasgow zur Weltgemeinschaft sprechen.Der britische Premierminister Boris Johnson fordert die Staats- und Regierungschefs auf der Weltklimakonferenz COP26 auf, bei der Bekämpfung des Klimawandels zu handeln und über ihre finanziellen Zusagen an die Entwicklungsländer hinauszugehen.

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Großbritannien wolle mit gutem Beispiel vorangehen und werde sich verpflichten, die Finanzmittel für ärmere Länder, die oft unter den schlimmsten Umweltauswirkungen des Klimawandels litten, bis 2025 um eine Milliarde Pfund zu erhöhen.

Großbritannien hatte nach eigenen Angaben 2019 seinen Beitrag für den internationalen Kampf gegen den Klimawandel auf 11,6 Milliarden Pfund über fünf Jahre verdoppelt. Mit der neuen Verpflichtung würde sich die Summe bis 2025 auf 12,6 Milliarden Pfund erhöhen, wenn die Wirtschaft des Landes wie prognostiziert wachse.

Bisherige Zusagen reichen nicht aus

Bei der Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow ringen Vertreter von 197 Staaten um einen Weg, den Ausstoß von Treibhausgasen noch in diesem Jahrzehnt drastisch zu mindern. Großbritannien ist der Gastgeber der COP26-Konferenz.

Am Montag und Dienstag wollen die Staats- und Regierungschefs, darunter US-Präsident Joe Biden und Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Dringlichkeit von Erfolgen im Kampf gegen den Klimawandel in Glasgow betonen.

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Denn die bisherigen Zusagen der Staatengemeinschaft reichen nicht aus, um wie im Weltklimavertrag von Paris 2015 vereinbart, die Erwärmung der Atmosphäre im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die Folgen dieses Temperaturanstiegs gelten trotz vermehrter Dürren, Überflutungen und Stürme als gerade noch beherrschbar.

RND/dpa

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