Wehrmachts-Andenken in weiterer Kaserne entdeckt

Braune Schatten liegen nach neuen Erkenntnissen auch über dem Jägerbataillon 292 in Donaueschingen.

Braune Schatten liegen nach neuen Erkenntnissen auch über dem Jägerbataillon 292 in Donaueschingen.

Berlin. Außerdem sei man beim Jägerbataillon 292 in der Fürstenberg-Kaserne in Donaueschingen auf einen mit Wehrmachts-Andenken ausgeschmückten Raum gestoßen. Bilder der Inspektion seien dem Verteidigungsministerium vorgelegt worden. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte nach den Enthüllungen über den terrorverdächtigen Offizier Franco A. gesagt, sie rechne damit, dass noch weitere rechtsextreme Vorfälle in der Truppe bekannt werden. In dessen Kaserne im französischen Illkirch gab es einen Raum mit gemalten Wehrmachtssoldaten in Heldenposen.

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Unterdessen äußerte der Zentralrat der Juden in Deutschland die Befürchtung, es gebe ein größeres Ausmaß von Rechtsextremismus in den Reihen der Bundeswehr. „Wir haben die Sorge, dass Oberleutnant Franco A. kein Einzelfall ist, sondern möglicherweise die Spitze eines Eisberges“, sagte Zentralratsvorsitzender Josef Schuster der „Rheinischen Post“. Schuster verwies auf eine Umfrage des Verteidigungsministeriums von 2007, wonach sich schon damals vier Prozent der befragten Soldaten vorstellen konnten, rechtsextremistische Parteien wie NPD oder DVU zu wählen. Eigentlich sei zu erwarten, dass die Bundeswehr ein Auge darauf habe, wen sie als Berufssoldaten verpflichte, sagte Schuster. „Jeder Beamte wird auf seine Verfassungstreue überprüft, vielleicht muss sich auch die Bundeswehr intensiver um diesen Nachweis kümmern.“

Ebenfalls in der „Rheinischen Post“ forderte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) die Bundeswehr als Konsequenz aus dem Fall Franco A. zu einem engagierten Kampf gegen rechtsextreme Tendenzen auf. „Die Bundeswehr hat eine ganz besondere Verantwortung, gegen Rechtsextremismus vorzugehen. Wenn solche Dinge öffentlich werden, müssen die Verantwortlichen mit aller Schärfe darauf reagieren. Im Interesse der Bundeswehr muss das im Keim erstickt und konsequent geahndet werden“, sagte Maas. Wer die Wehrmacht glorifiziere, habe in der Bundeswehr nichts zu suchen.

Der terrorverdächtige Offizier Franco A. war in der vergangenen Woche wegen des Verdachts der Planung einer schweren staatsgefährdenden Straftat festgenommen worden. Er hatte sich als syrischer Asylbewerber registrieren lassen.

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Von RND/dpa/dk

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