Warum unterschiedliche Tonlagen im Ukraine-Konflikt keine Schwäche sein müssen

Russlands Präsident Wladimir Putin bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Peking.

Berlin. Wenn es Wladimir Putin allein um Aufmerksamkeit gegangen wäre, er hätte sein Ziel erreicht. Seit Wochen liegt der Fokus auf dem Russland-Ukraine-Konflikt. Er steht im Zentrum des Antrittsbesuchs von Bundeskanzler Olaf Scholz in den USA. In Kiew geben sich Minister und Regierungschefs befreundeter Staaten die Klinke in die Hand, Außenministerin Annalena Baerbock kommt gerade schon zum zweiten Mal innerhalb eines Monats vorbei.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Währenddessen fühlt Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron in Moskau Putins Puls. Von der Schmach, durch den damaligen US-Präsidenten Barack Obama als Regionalmacht bezeichnet und damit scheinbar in die Fußnoten der Macht verbannt worden zu sein, ist das weit entfernt.

Ganz offenkundig aber geht es dem russischen Präsidenten um weit mehr. Er testet die Möglichkeit von Grenzverschiebung und Machtausweitung. Der Westen ist gut beraten, der Großmannssucht ein einiges Signal entgegenzusetzen. In einen Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Bedeutung zu treten, wäre dabei der falsche Weg. Es müssen sich nicht alle um die Pauke drängen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Finger weg von der Ukraine

Unterschiedliche Lautstärken und Instrumente sind in einem Orchester kein Zeichen von Disharmonie, sondern ergeben erst auf diese Weise ein stimmiges Ganzes. Die Tonlage kann variieren, ebenso die Lautstärke. Und auch kürzere Einsätze können beeindruckend sein. Entscheidend ist, dass alle dasselbe Stück spielen. Und das heißt in diesem Fall sehr eindeutig: Finger weg von der Ukraine.

Der Westen hat klargemacht, dass die territoriale Integrität der Ukraine Priorität hat und dass Russland bei deren Verletzung Sanktionen drohen. Dass diese im Ungefähren gelassen werden, ist klug. Es erschwert die russische Risikobuchhaltung. Erleichtert wird diese dagegen, wenn sich die westlichen Partner gegenseitig mit Zweifeln an Lauterkeit und Zuverlässigkeit überziehen.

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.