„So sehe ich das persönlich“

Wahlrecht für Zweijährige: Grünen-Abgeordnete Fester erntet Kritik

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Emilia Fester spricht vor dem Parlament im Deutschen Bundestag.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Emilia Fester spricht vor dem Parlament im Deutschen Bundestag.

Die jüngste Bundestagsabgeordnete Emilia Fester hat mit einem unkonventionellen Vorschlag erneut für Aufsehen gesorgt. In einem Interview mit Altbundestagspräsident Wolfgang Schäuble im „Focus“ hat die Grünen-Politikerin das Wahlrecht ab 18 kritisiert. Wer wählen wolle, solle es auch dürfen, findet Fester. Auf die Frage von Schäuble, ob dies auch für seine zweijährige Enkelin gelte, bejahte Fester: „So sehe ich das persönlich.“ Gerade weil zuletzt mehr politische Beteiligung gefordert worden sei, solle man niemanden davon ausschließen, fordert die 24-Jährige.

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Fester gehe es in ihrer politischen Arbeit um die „wirklich großen Fragen“ ihrer Generation, sagte die 24-Jährige mit Blick auf den Klimawandel. Sie halte den Generationenvertrag für gescheitert. Und sie nehme wahr, dass junge Leute in der Politik unterrepräsentiert seien. „Das Wahlrecht ab 18 ist da nicht gerade hilfreich“, mahnte die Grünen-Politikerin.

Schäuble weist Vorstoß zurück

Schäuble wies den Vorstoß unmittelbar zurück. Es gebe aber gute Gründe für eine Altersgrenze, sagte er dem „Focus“. „Diejenigen, die wählen, müssen sich der Tragweite ihrer Wahl bewusst sein. Sie müssen wissen, wen sie ins Vertrauen setzen, die Last der Verantwortung, gerade in schweren Zeiten, zu tragen.“

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Im Netz erntet Fester heftige Kritik. Auch junge Menschen widersprechen dem Vorstoß der 24-Jährigen.

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Nicht der erste „Shitstorm“

Es ist nicht die erste Aussage der jüngsten Bundestagsabgeordneten, die kontrovers besprochen wird. In ihrer ersten Rede im Parlament hatte Fester hochemotional über die Corona-Maßnahmen während der Pandemie gesprochen. „Ich war, verdammt noch mal, nicht einmal im Club“, klagte Fester im März. Ihre Rede löste besonders in den sozialen Medien eine Welle von Kritik- und Hassbotschaften aus. Der Chef der deutschen Polizeigewerkschaft, Reiner Wendt (CDU), nannte Fester in dem Kontext „Ich-Göre“, „Rotzlöffel“, „Kindchen“ und „lächerliche Ich-Vertreterin“.

Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) erklärte Fester damals, altersdiskriminierende Nachrichten seien ihr besonders aufgefallen. „Es gibt eine sehr eigene Form, junge Menschen zu diskreditieren und zu beleidigen. Mir wird aufgrund meines Alters abgesprochen, eine eigene Meinung zu haben – und vor allem die Berechtigung, im Bundestag sprechen zu dürfen.“

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Die Grünen haben bereits vor der Bundestagswahl im vergangenen Jahr mit einem Wahlalter ab 16 geworben. Die Grüne Jugend will das Wahlalter auf 14 Jahre senken. Im Koalitionsvertrag hat sich die Ampel auf eine Senkung des Wahlalters auf 16 geeinigt.

RND/hyd

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