Wechsel in Hessen

Volker Bouffier: Der Erfinder von Schwarz-Grün verlässt die große Politbühne

Volker Bouffier (CDU), scheidender Ministerpräsident des Landes Hessen, spricht während eines Interviews in der Hessischen Staatskanzlei.

Wiesbaden. Mit Volker Bouffier verlässt eine der großen CDU-Persönlichkeiten seiner Generation die politische Bühne. Über Jahrzehnte prägte der Gießener Jurist mit der Reibeisenstimme die hessische Politik. Als Vertrauter von Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel und langjähriger Bundes-Vize seiner Partei hatte seine Meinung auch deutschlandweit Gewicht. Das zeigte sich zuletzt in der Corona-Pandemie mit den unzähligen Bund-Länder-Beratungen.

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In seiner politischen Laufbahn hat sich Bouffier gewandelt. Als hessischer Innenminister hatte er noch den Ruf des Hardliners. Das veränderte sich im Regierungsbündnis mit den Grünen, das er maßgeblich gestaltete. Seinen Eigenschaften als Vermittler und Zuhörer ist es wohl zu verdanken, dass die erste schwarz-grüne Zusammenarbeit in einem deutschen Flächenland gut gelang.

Auch wenn seine etwas langatmige Art zu reden den Zuhörern manchmal Geduld abfordert, war Bouffier stets bemüht, sein politisches Handeln für alle verständlich zu erklären. Er kann gut auf Menschen zugehen und verkörperte vor allem in der Corona-Krise die Figur eines „Landesvaters“, dem das Wohl der Menschen glaubhaft am Herzen liegt.

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Vor allem innerhalb der Landes-CDU hielt Bouffier die Zügel fest in der Hand. Selbst Parteifreunde kritisierten, teils hinter vorgehaltener Hand, dass er die Frage nach seiner politischen Zukunft und einem Nachfolger lange unbeantwortet ließ.

Entlastungspaket: Hessens Ministerpräsident äußert deutliche Kritik

Nach Hessens Ministerpräsident gehe das Paket stark zulasten der Länder und zudem erreiche die Hilfen zum Teil jene nicht, die sie am meisten nötig hätten.

Bouffier stammt aus einer CDU-geprägten Familie, war schon als junger Mann Vorsitzender der Jungen Union. Nach dem Rückzug von Ministerpräsident Roland Koch aus der Politik zog er 2010 in die Staatskanzlei ein, wurde CDU-Landeschef und Bundesvize. Bouffier ist Vater von drei erwachsenen Kindern. Als junger Mann träumte er von einer Karriere als Basketball-Profi, musste die Pläne aber nach einem schweren Autounfall ad acta legen. Für seinen neuen Lebensabschnitt freut er sich auf mehr Zeit mit der Familie. Außerdem will sich Bouffier wieder etwas mehr in seine Rechtsanwaltskanzlei einbringen.

RND/dpa

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