Unfallstatistik

Unfallrisiko E-Scooter und Pedelecs: Wie gefährlich sind die Stromer?

Der Verkauf von Pedelecs legte im Vergleich zum Vorjahr weiter zu.

Immer mehr Menschen nutzen ein Pedelec. Das spiegelt sich auch in den Unfallzahlen wieder, die sich seit 2014 fast verachtfacht haben (Symbolbild).

17.285 Pedelec-Fahrerinnen und Pedelec-Fahrer sind 2021 verunglückt. Das hat das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag bekanntgegeben. Damit hat sich die Zahl der Verunglückten mit Pedelecs gegenüber 2014 fast verachtfacht. Der Anteil der Verunglückten mit nichtmotorisierten Fahrrädern ist hingegen um 12 Prozent gesunken.

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Auch zu Unfällen mit E-Scootern und damit einem noch recht neuen Verkehrsmittel hat das Statistische Bundesamt Zahlen veröffentlicht. 5535 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden wurden 2021 registriert, fünf Menschen kamen dabei ums Leben. Rund 2 Prozent aller im Straßenverkehr verletzten oder getöteten Personen waren mit dem E-Scooter unterwegs.

Die Dunkelziffer dürfte allerdings deutlich höher sein. „Wir haben generell natürlich das Problem, dass wir nur die Daten zu den Unfällen haben, wo die Polizei hinzugerufen wurde“, erklärte die Destatis-Referentin für Personenverkehr, Mirjam Bick.

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Unterschied zu nichtmotorisierten Rädern

Im Vergleich zu Unfällen mit herkömmlichen Fahrrädern sind Pedelec-Unfälle immer noch relativ selten. 2021 waren 21 Prozent der im Straßenverkehr Verunglückten mit den Fahrrad unterwegs und nur 5 Prozent mit dem Pedelec. Allerdings endeten Pedelec-Unfälle häufiger tödlich. So starben im vergangenen Jahr 131 Menschen durch einen Pedelec-Unfall – das entspricht 7,6 Getöteten bezogen auf 1000 Unfälle. Bei Fahrradunfällen waren es 3,5 Getötete.

Die meisten Pedelec-Unfälle sind im vergangenen Jahr beim Abbiegen oder an Kreuzungen passiert. Der zweithäufigste Grund für Unfälle war, dass die Fahrerinnen und Fahrer die Kontrolle über das Pedelec verloren haben. Insgesamt ereignete sich mehr als jeder dritte Unfall ohne die Beteiligung anderer. Bei Radfahrerinnen und Radfahrern ohne Motor war es nur rund jeder vierte.

Einen Grund dafür sieht Destatis-Expertin Bick in der Beschaffenheit des Fahrzeugs. „Man kann schneller beschleunigen und gleichzeitig erschwert das Gewicht die Balance beim Anfahren und beim langsamen Fahren“, erklärte sie. Ein weitere Ursache ist den Daten zufolge das vergleichsweise hohe Alter der Pedelec-Nutzerinnen und -Nutzer.

So waren diejenigen, die 2021 auf einem Pedelec verletzt oder getötet wurden, im Schnitt 55 Jahre alt. Allerdings sind immer häufiger auch jüngere Personen in Unfälle mit Pedelecs verwickelt. Während 2014 noch mehr als die Hälfte 65 Jahre oder älter war, gehörte 2021 nur noch jede dritte verunglückte Person dieser Altersgruppe an.

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E-Scooter-Unfälle treffen junge Menschen in Großstädten

Bei verunglückten E-Scooter-Fahrern lag das Durchschnittsalter im vergangenen Jahr hingegen bei 31 Jahren; 41 Prozent waren unter 25 Jahre alt. Die häufigsten Unfallursachen waren Alkoholkonsum und die falsche Straßenbenutzung, also etwa das Fahren auf der falschen Seite oder auf dem Gehweg. Am häufigsten kam es zu einem Unfall, weil die Nutzerinnen und Nutzer die Kontrolle über den E-Scooter verloren.

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Das Statistische Bundesamt spricht zudem von einem „Großstadtphänomen“. Knapp die Hälfte aller E-Scooter-Unfälle ereigneten sich in Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern. Das spiegelt die Tatsache wider, dass solche Fahrzeuge vorwiegend in Großstädten zur Verfügung stehen.

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