Leid nach Taliban-Übernahme

UN: In Afghanistan leidet mehr als die Hälfte der Menschen unter akutem Hunger

Kabul: unterernährte Beine eines Vierjährigen (Symbolbild)

Kabul: unterernährte Beine eines Vierjährigen (Symbolbild)

Islamabad. In Afghanistan leiden nach Angaben der Vereinten Nationen mittlerweile 23 Millionen Menschen unter „akutem Hunger“ - mehr als die Hälfte der Bevölkerung. Der stellvertretende UN-Sonderbeauftragte für humanitäre Angelegenheiten, Ramiz Alakbarov, sprach am Dienstag von einer Krise unbekannten Ausmaßes.

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Im Juli vergangenen Jahres - einen Monat vor der Rückkehr der militant-islamistischen Taliban an die Macht - lag die Zahl bei 14 Millionen.

„95 Prozent der Bevölkerung haben nicht genug zu essen“

Die Hungersnot zwinge Millionen Familien zum Auslassen von Mahlzeiten oder zur Aufnahme von Schulden, allein um Essen auf den Tisch zu bekommen. „In Afghanistan haben sage und schreibe 95 Prozent der Bevölkerung nicht genug zu essen“, so Alakbarov. In Haushalten, die von Frauen geführt werden, sei dies praktisch überall der Fall.

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Zehntausende verloren Haupteinkommensquellen

Viele Menschen in Afghanistan leben schon lange in Armut. Mit dem Zusammenbruch der international unterstützten Regierung und der Rückkehr der Taliban an die Macht verloren Zehntausende ihre Haupteinkommensquellen.

Entwicklungshilfe wurde gestrichen. Die Reserven der afghanischen Zentralbank von mehr als 8,2 Milliarden Euro sind eingefroren. Das führte zu einem finanziellen Desaster. Die Wirtschaft befindet sich in freiem Fall.

RND/dpa

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