Erobert, aber nicht unter Kontrolle

Ukrainische Partisanen kämpfen in besetzten Gebieten – Russland versucht, Pässe zu verteilen

Ein Wandbild in der Ukraine zeigt Mutter Maria mit einer amerikanischen Javelin-Panzerabwehrrakete: Die Waffe ist zum Symbol des Widerstands geworden.

Ein Wandbild in der Ukraine zeigt Mutter Maria mit einer amerikanischen Javelin-Panzerabwehrrakete: Die Waffe ist zum Symbol des Widerstands geworden.

Auch in den von Russland besetzten Gebieten in der Ukraine gehen die Kämpfe weiter. Wie das amerikanische Institute for the Study of War (ISW) in Berufung auf den ukrainischen Geheimdienst berichtet, setzen andauernde Angriffe von ukrainischen Partisanen die russischen Truppen unter Druck. So mache es der massenhafte Widerstand den russischen Truppen schwer, echte Kontrolle in den okkupierten Territorien zu etablieren.

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Das Ziel Russlands sei es laut dem ISW, eine stabile Administration in den besetzten Territorien im Osten zu schaffen, um diese später annektieren zu können. Hierbei spielt das Aushändigen russischer Pässe eine große Rolle. Im Oblast Luhansk sollen Bauern in kollektive Landwirtschafts­betriebe zusammengefasst und in diesem Zuge gezwungen worden sein, die russische Staatsangehörigkeit zu übernehmen. Um den Eindruck zu erzielen, die lokale Bevölkerung zeige großes Interesse an den russischen Pässen, sollen in der Schwarzmeerstadt Berdjansk lange Schlangen mit angeblichen Interessentinnen und Interessenten vor den Verwaltungen aufgestellt worden sein.

Auch in Melitopol habe die kremltreue Verwaltung bereits in der letzten Woche begonnen, russische Pässe an jene zu überreichen, die einen Antrag auf die Staatsbürgerschaft gestellt hätten, berichtete Ria Nowosti. Die Nachrichten­agentur postete ein Video, das Beamte zeigt, die den russischen Neubürgerinnen und Neubürgern gratulierten und ihnen sagten: „Russland geht nirgendwohin. Wir sind für immer hier.“

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Russlands versucht, in den besetzten Gebieten der Ukraine auf verschiedene Weise seine Macht zu festigen. So feierten in der letzten Woche vom Kreml eingesetzte Funktionäre im Süden des Landes den Tag Russlands, einen russischen Nationalfeiertag, wie die staatliche Nachrichten­agentur Ria Nowosti meldete. Auf einem der zentralen Plätze in der Stadt Cherson traten demnach russische Bands auf. In der Nachbar­region Saporischschja ließen moskautreue Beamte zudem im Stadtzentrum von Melitopol eine russische Flagge hissen. Ukrainische Medien berichteten, dass nur wenige Einwohnerinnen und Einwohner an den Festlichkeiten anlässlich des Tags Russlands in den beiden Städten teilgenommen hätten.

RND/eti

 

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