Trudeau soll an Sanktionen festhalten

Ukrainische Gemeinde in Kanada fordert, wichtige Turbine für Deutschland weiter zu blockieren

Justin Trudeau hat zusammen mit seinen westlichen Verbündeten weitreichende Sanktionen gegen Russland verhängt.

Justin Trudeau hat zusammen mit seinen westlichen Verbündeten weitreichende Sanktionen gegen Russland verhängt.

Der britische „Guardian“ berichtet, dass die ukrainische Gemeinde Kanadas Premierminister Justin Trudeau aufgefordert hat, die Sanktionen gegenüber Russland nicht aufzuweichen, um eine Turbine zurückzugeben, die laut Moskau für die Erdgasversorgung Deutschlands entscheidend sei. Die kanadische Regierung steckt in einem Dilemma – eine Lieferung könnte die Sanktionsauflagen verletzten, auf die sich die kanadische Regierung mit ihren westlichen Verbündeten geeinigt hat.

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Gibt es bald gar kein Gas mehr durch die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream? Bundeswirtschafts­minister befürchtet ein Ausbleiben der Gaslieferungen ab dem 11. Juli.

Das russische Energieunternehmen Gazprom hatte die Kapazität der Nord-Stream-1-Pipeline im vergangenen Monat auf nur 40 Prozent des üblichen Niveaus reduziert. Begründet wurde dies mit der verspäteten Rückgabe von notwendiger Ausstattung der Pipeline, die von Siemens Energy in Kanada gewartet werde.

Ukrainische Gemeinde: Russland will Verbündete spalten

Die ukrainische Diaspora in Kanada ist eine der weltweit größten ukrainischen Menschengruppen außerhalb der an die Ukraine angrenzenden Länder. Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar habe die Gemeinde erfolgreich Druck auf die Regierung in Ottawa ausgeübt, immer strengere Sanktionen gegen Russland zu verhängen, so die britische Zeitung.

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Die Präsidentin des Ukrainisch-Kanadischen Kongresses (UCC), Alexandra Chyczij, forderte Trudeau am Mittwoch in einem Brief auf, Russlands „offensichtlichen Plan“, die Verbündeten der Ukraine zu spalten, zu durchschauen. Ottawa sollte stattdessen eine Lösung finden, die keinen Verzicht auf Sanktionen vorsieht, schrieb sie in dem Brief, der auf der Website der UCC veröffentlicht wurde.

„Jeder Verzicht auf kanadische Sanktionen würde als Kapitulation vor russischer Erpressung und Energie­terrorismus gewertet und würde den russischen Terrorstaat nur noch mehr ermutigen“, erklärte Chyczij.

Finale Entscheidung steht noch aus

In einem Interview betonte der Geschäftsführer der UCC, Ihor Michalchyshyn, dass die Gruppe unabhängig handele und keine Anweisungen von Kiew erhalte, was die Lobbyarbeit in Ottawa bezüglich der Turbine angehe. Die kanadische Regierung hat laut dem „Guardian“ noch nicht auf den Brief reagiert. Laut einer kanadischen Regierungsquelle sei die ukrainische Regierung selbst ebenfalls gegen die Rückgabe der Turbine.

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Das Ausbleiben einer Reaktion verunsichert die UCC. „Wir haben so oder so keine Zusicherung erhalten“, sagte Michalchyshyn. „Deshalb sind wir sehr besorgt.“

Russische Botschaft will sich heraushalten

Ian Cameron, Sprecher des kanadischen Ministers für natürliche Ressourcen, verdeutlichte in einer Erklärung: „Wir werden nicht aufhören, dem Putin-Regime schwere Kosten aufzuerlegen, solange seine ungerechtfertigte Invasion andauert, und wir werden unsere europäischen Freunde und Verbündeten weiterhin unterstützen.“

Die russische Botschaft in Ottawa erklärte, Russland habe bei der Rückgabe der Turbine keine Rolle zu spielen. „Das ist ein Problem zwischen Kanada und Deutschland“, zitierte der „Guardian“ die Botschaft in einer Erklärung. „Wir würden die Freigabe der Turbine begrüßen, die dazu beitragen könnte, den Gasfluss nach Europa wiederherzustellen.“

Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck legte seine Sicht der Dinge in der letzten Woche dar: In seinen Augen sei das technische Problem mit der Turbine lediglich ein Vorwand Russlands.

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RND/rix

 

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