Diebesgut in Tschetschenien geortet

Russische Truppen klauen Traktoren und Mähdrescher – Ukraine schaltet sie per Fernsteuerung ab

Ein Landwirt steht während der Aussaat, die 30 Kilometer von der Frontlinie entfernt stattfindet, vor einem Traktor in der Region Saporischschja – Geräte wie diese wurden in der Region offenbar von russischen Soldaten gestohlen.

Ein Landwirt steht während der Aussaat, die 30 Kilometer von der Frontlinie entfernt stattfindet, vor einem Traktor in der Region Saporischschja – Geräte wie diese wurden in der Region offenbar von russischen Soldaten gestohlen.

Russische Soldaten haben nach Angaben eines ukrainischen Geschäftsmannes die gesamte Ausrüstung eines Landmaschinenhändlers in der von Russland besetzten Stadt Melitopol gestohlen und nach Belarus transportiert. Dort mussten die Plünderer allerdings feststellen, dass die Traktoren und Mähdrescher im Wert von schätzungsweise 5 Millionen US-Dollar nutzlos sind – denn sie wurden mit einer Fernbedienung blockiert. Das berichtet CNN unter Berufung auf den nicht namentlich genannten Geschäftsmann.

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Die entwendeten Maschinen, die dem US-Hersteller John Deere gehören sollen, lassen sich demnach nicht nur per GPS-Signal verfolgen, sondern auch aus der Ferne sperren. Einige der Landwirtschaftsmaschinen wurden den Standortdaten zufolge in die tschetschenische Hauptstadt Grosny gebracht. Wegen der elektronischen Diebstahlsicherung können diese jedoch nicht verwendet werden.

Laut der Quelle sollen bei dem Händler zunächst zwei Mähdrescher, ein Traktor und eine Sämaschine beschlagnahmt worden sein. Kurze Zeit später seien dann alle 27 Maschinen entwendet worden. Einer der dafür verwendeten Tieflader hätte ein weißes Z aufgemalt und sei offenbar ein Militärfahrzeug gewesen. Ein Video in den sozialen Medien soll den Abtransport der Geräte zeigen.

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Die teure und nutzlose Beute würde laut der Quelle auf einem Bauernhof in der Nähe von Grosny stehen. Die russischen Soldaten würden anscheinend jetzt in Russland nach Experten suchen, um die Diebstahlsicherung zu umgehen. „Selbst wenn sie die Erntemaschinen als Ersatzteile verkaufen, werden sie etwas Geld verdienen“, sagte der Kontaktmann zu CNN.

18.04.2022, Ukraine, Mariupol: Russische Militärfahrzeuge fahren auf einer Autobahn in einem von den von Russland unterstützten Separatisten kontrollierten Gebiet in der Nähe von Mariupol. Foto: Alexei Alexandrov/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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Plünderungen zunehmend organisiert

In der vergangenen Woche häuften sich die Berichte über Plünderungen von russischen Soldaten. Neben Wohnhäusern werden offenbar vermehrt auch landwirtschaftliche Geräte, Getreide und Baumaterialien geplündert, um sie nach Russland oder Belarus zu transportieren. Der Abtransport wertvoller landwirtschaftlicher Geräte in Melitopol deutet laut CNN auf eine zunehmend organisierte Operation hin, bei der sogar russische Militärtransporte für den Diebstahl eingesetzt werden.

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Laut ukrainischen Angaben habe Russland in den letzten Tagen die Plünderungen auch auf das in Silos gelagerte Getreide ausgeweitet. „Heute haben wir schon mehrere bestätigte Fakten, dass insgesamt einige Hunderttausend Tonnen aus den Gebieten Saporischschja, Cherson, Donezk und Luhansk abtransportiert wurden“, sagte der ukrainische Vize-Landwirtschaftsminister Taras Wyssozkyj am Samstag im ukrainischen Fernsehen.

Insgesamt seien für Aussaat sowie für die Produktion von Lebensmitteln in den genannten Gebieten 1,5 Millionen Tonnen Getreide eingelagert gewesen. Bereits am Freitag hatte das Außenministerium in Kiew Russland den Raub von Getreide in den besetzten ukrainischen Gebieten vorgeworfen. Seit Beginn des Kriegs vor mehr als zwei Monaten haben russische Truppen nach und nach weite Teile im Süden und Osten des Nachbarlandes besetzt.

RND/dpa/lau

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