Nach Teilmobilmachung

„Wie man Russland verlässt“ und „Hand brechen“ trenden auf Google, Flugpreise explodieren

Ein junger Rekrut, gerade zum Militärdienst einberufen, weint (Archivbild).

Ein junger Rekrut, gerade zum Militärdienst einberufen, weint (Archivbild).

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine dauert weiter an. Zuletzt gelang es dem ukrainischen Militär, Gebiete im Osten des Landes zurückzuerobern und die russische Armee zurückzudrängen.

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Wie groß die Unterstützung für Präsident Wladimir Putin und seinen Krieg ist, lässt sich von außen schwer beurteilen. Schaut man ins Ranking der Suchmaschine Google, scheint sie zuletzt zu sinken: Die Anfragen zum Thema „Wie man Russland verlässt“ stiegen in Russland am Dienstagabend deutlich an. Google Trends zeigt an, wie sich das Suchinteresse für bestimmte Anfragen relativ stark entwickelt.

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Teilmobilmachung in Russland: Reservisten werden eingezogen

Ein Grund dafür könnte die Teilmobilmachung sein, die Putin am Mittwochmorgen angekündigt hat. Eine Teilmobilmachung bedeutet, dass die Armee nun alle Reservisten einziehen kann. Nach dem Befehl müssen sich Russen im wehrpflichtigen Alter laut Gesetz an ihrem Wohnort aufhalten. „Bürgern, die (als Reservisten) im Militärregister erfasst sind, ist ab dem Moment der Mobilisierung das Verlassen des Wohnorts ohne Genehmigung der Militärkommissariate und der für Reserven zuständigen Exekutivorgane verboten“, hieß es in dem seit Mittwoch wieder aktuellen Gesetz „Über die Mobilmachung in Russland“.

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Sollte es zu einer Generalmobilmachung kommen, würden alle Wehr­pflichtigen und Reservisten eingezogen. Zudem dürften männliche Staatsbürger im Alter von 18 bis 60 Jahren das Land nicht verlassen. Spekulationen dazu wies der Kreml in der Vergangenheit immer wieder zurück.

Flüge aus Moskau nach Teilmobilmachung ausgebucht – Preise explodieren

Die Anordnung einer Teilmobilmachung durch Präsident Wladimir Putin am Mittwoch hat in Russland einen Run auf Flüge ins Ausland ausgelöst.

Putin ordnet Teilmobilmachung von russischen Streitkräften an

In einer Fernsehansprache warf Putin dem Westen die Erpressung mit Atomwaffen vor. Laut Verteidigungsministerium sollen 300.000 Reservisten eingezogen werden.

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Weitere ähnliche Suchanfragen auf Google in Russland

Dass die Angst davor trotzdem wächst, zeigen „Wie man Russland verlässt“ und ähnliche Google-Suchanfragen. Seit Dienstagabend gestiegen sind auch Eingaben wie „Wie man Russland während der Mobilisierung verlässt“, „Wie kann man Russland ohne Pass verlassen“, „Wie man Russland ohne Geld verlässt“ oder „Wie nach Kasachstan reisen“.

Am Dienstagabend sind die Suchanfragen zum Thema "Wie man Russland verlässt" deutlich angestiegen (Stand: 21. September, 10.30 Uhr).

Am Dienstagabend sind die Suchanfragen zum Thema "Wie man Russland verlässt" deutlich angestiegen (Stand: 21. September, 10.30 Uhr).

Auch russische Nachbarstaaten werden gesucht

Wie die Daten von Google Trends verdeutlichen, werden die meisten dieser Suchanfragen aus dem westlichen Teil des Landes gestellt. Am höchsten ist die Zahl der Anfragen in Moskau und der Region und in St. Petersburg.

Außer den genannten Sätzen stieg zuletzt auch die Zahl der Anfragen zu Russlands Nachbarländern und anderen Staaten. So wurden Kasachstan, Finnland, Georgien, Serbien und Israel häufiger gesucht als üblich. In Russland in die Suchmaschine wurden oft auch Begriffe wie „Flüchtling“, „Staatsbürgerschaft“ und „Russischer Pass“ eingegeben.

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Kuriose Suchanfrage: „Wie man sich zu Hause die Hand bricht“

Neben Möglichkeiten, das Land zu verlassen, suchen viele Russen offenbar nach der Ankündigung der Teilmobilmachung auch nach anderen Methoden, nicht für den Militärdienst infrage zu kommen. Eine Anfrage mit einer deutlich gestiegen Anzahl ist „Wie man sich zu Hause die Hand bricht“ oder „Hand brechen“.

Die Google-Anfragen zu „Wie man sich zu Hause die Hand bricht“ sind in Russland zuletzt stark angestiegen (Stand: 21. September, 16.30 Uhr).

Die Google-Anfragen zu „Wie man sich zu Hause die Hand bricht“ sind in Russland zuletzt stark angestiegen (Stand: 21. September, 16.30 Uhr).

Einige Russen schrecken offenbar nicht davor zurück, sich selbst zu verletzen, um nicht in den Krieg ziehen zu müssen.

Russland verlassen: Preise für Flugtickets schnellen in die Höhe

Dass wohl viele Menschen Russland verlassen wollen, schlägt sich auch in der Flugbranche nieder. Flüge von Moskau in die serbische Hauptstadt Belgrad für Donnerstag seien inzwischen ausverkauft, wie ein Twitter-Nutzer schreibt. Laut eines beigefügten Screenshots hätten diese für eine Person zwischen 7000 Euro und 9000 Euro gekostet.

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Die nächsten freien Plätze in einem Flugzeug nach Belgrad seien erst wieder ab Freitag verfügbar. Diese würden zwischen 2850 Euro (Umstiege in Kairo und Wien) und 9200 Euro (Umstieg in Dubai) kosten, so der User weiter.

Mobilmachung schränkt Reisefreiheit der Russen ein

Wegen des Befehls der Teilmobilmachung ist die Reisefreiheit in Russland deutlich eingeschränkt. Laut dem Leiter des Verteidigungsausschusses in der Duma, Andrej Kartapolow, betrifft die Einschränkung der Reisefreiheit vor allem Auslandsurlaube. „Sie können weiter ruhig auf Dienstreise nach Krasnodar oder Omsk fahren, aber ich würde Ihnen nicht raten, in türkische Kurorte zu fahren – erholen Sie sich lieber in den Badeorten der Krim und des Gebiets Krasnodar“, sagte der Abgeordnete am Mittwoch. Flugbuchungen etwa in die Türkei waren am Mittwoch auf einschlägigen Portalen im Internet nicht mehr möglich.

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„Auswanderung“ trendete schon zu Beginn des Krieges

Bereits wenige Tage nach Beginn des Krieges am 24. Februar hatte es eine deutlich erhöhte Anzahl an Suchanfragen zum Thema „Auswanderung“ gegeben. Damals setzte die Europäische Union ihre Sanktionen zum Ausschluss einiger russischer Finanzinstitute aus dem Banken-Kommunikations­netz­werk Swift in Kraft. Das führte zu großer Verunsicherung. Zudem gab es Proteste und Demonstrationen gegen den Krieg.

Mit Material der dpa.

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