Angriff mit französischen Haubitzen?

Russland meldet Rückzug von Schlangeninsel als „Zeichen des guten Willens“ - Ukraine spricht von Flucht

Dieses von Maxar Technologies zur Verfügung gestellte Satellitenbild zeigt einen Überblick über die Schlangeninsel im Schwarzen Meer. (Archivbild)

Dieses von Maxar Technologies zur Verfügung gestellte Satellitenbild zeigt einen Überblick über die Schlangeninsel im Schwarzen Meer. (Archivbild)

Moskau. Russische Truppen ziehen sich nach eigener Darstellung im Krieg gegen die Ukraine angeblich freiwillig von der zuvor eroberten Schlangeninsel im Schwarzen Meer zurück. Damit wolle Russland zeigen, dass es den Export von Getreide und landwirtschaftlichen Produkten aus der Ukraine nicht behindere, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Donnerstag in Moskau. „Am 30. Juni haben die russischen Streitkräfte als Zeichen des guten Willens die ihnen zugewiesenen Aufgaben auf der Schlangeninsel abgeschlossen.“

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Wie freiwillig der Rückzug war, ist derweil aber noch offen. Die ukrainische Armee hatte zuvor einen Angriff auf die Insel gemeldet. Dabei sei ein Kurzstrecken-Flugabwehrsystem des Typs Panzir-S1 zerstört worden, teilte das Kommando Süd am Donnerstag bei Facebook mit. Russland hätte im Zuge der Attacke seine Soldaten mit zwei Schnellbooten evakuiert, hieß es weiter. In den sozialen Medien kursieren zudem Bilder, die mehrere von der Schlangeninsel aufsteigende Rauchwolken zeigen sollen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Umkämpfte „Schlangeninsel“ im Schwarzen Meer: Russische Truppen ziehen sich zurück

Das russische Verteidigungsministerium bezeichnet den Rückzug als „Geste des guten Willens“.

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„Unsere Streitkräfte haben großartige Arbeit geleistet“

Die Ukraine feiert die Rückeroberung derweil als Sieg der eigenen Armee. „KABOOM! Keine russischen Truppen mehr auf der Schlangeninsel“, schrieb der Leiter des Präsidialamts der Ukraine, Andrij Jermak, am Donnerstag auf Twitter. „Unsere Streitkräfte haben großartige Arbeit geleistet.“

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Der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte lobte auf Facebook: „Die Besatzer konnten dem Feuer unserer Artillerie, Raketen und Luftangriffe nicht standhalten und verließen die Schlangeninsel.“ Vor allem die ukrainische Panzerhaubitze „Bogdan“ hätte eine wichtige Rolle bei den Angriffen gespielt, so der Oberbefehlshaber weiter. Er dankte zudem den internationalen Partnern für bereitgestellte Waffen.

Auch das ukrainische Verteidigungsministerium nannte auf Twitter ausländische Waffenlieferungen als eine Komponente für die Befreiung der Schlangeninsel. Dazu teilte der Ministeriumskanal ein Video, das den Kampf um die Rückeroberung zeigen soll.

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Machte französische Haubitze den Unterschied?

Auf Basis russischer Angaben berichtet der Chef-Auslandskorrespondent der britischen Tageszeitung „The Telegraph“, Roland Oliphant, dass die Ukraine für die Befreiung der Insel etwa von Frankreich gelieferte Haubitzen des Typs „Caesar“ genutzt haben soll. Das russische Militär habe auf Telegram angesichts der Schlagkraft des Beschusses von einem „Selbstmordkommando“ gesprochen, die Kontrolle über die Insel zu behalten, so der Journalist auf Twitter.

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Militärexperte Carlo Masala twitterte dazu: „Wenn das hier stimmt, soll nochmal jemand sagen, dass Waffenlieferungen nichts bewirken.“ Nach kürzlichen Worten von Präsident Emmanuel Macron hat Frankreich die Ukraine mit insgesamt 18 der Caesar-Geschütze unterstützt.

Schlangeninsel lange umkämpft

Nach dem russischen Einmarsch Ende Februar war das Eiland unweit des Donaudeltas von der russischen Marine bereits am zweiten Kriegstag erobert worden. Die ukrainischen Streitkräfte haben seitdem mehrfach Attacken mit Kampfdrohnen und Flugzeugen geflogen und den Kreuzer Moskwa (Moskau) mit Raketen versenkt.

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Russland wird vorgeworfen, ukrainische Häfen zu blockieren und so den Export von Getreide zu behindern. In einigen Gegenden auf der Welt droht deshalb eine weitere Zuspitzung der Hungerkrise.

RND/dpa/jst

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