In befreiten Gebieten der Ukraine

Ermittlungen eingeleitet: Stammen die gefundenen Goldzähne wirklich von Folteropfern?

Ukrainische Soldaten verlassen einen Unterstand in der zurückeroberten Stadt Kupjansk in der Region Charkiw.

Ukrainische Soldaten verlassen einen Unterstand in der zurückeroberten Stadt Kupjansk in der Region Charkiw.

Kiew. Die ukrainischen Behörden sind in von russischer Besatzung befreiten Gebieten nach eigenen Angaben auf Spuren von Folter und anderen Menschenrechtsverletzungen gestoßen. Generalstaatsanwalt Andrij Kostin sagte der Nachrichtenagentur AP am Rande einer Sicherheitskonferenz in Warschau, in zwei Orten der Region Charkiw, Kupjansk und Nowoplatoniwka, seien jeweils zwei Tote mit auf den Rücken gefesselten Händen oder angelegten Handschellen gefunden worden. Die weiteren Ermittlungen müssten zeigen, ob es sich um Zivilisten handele.

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Weiter sagte Kostin, bei Kupjanhsk seien sechs Autos mit 24 getöteten Zivilisten entdeckt worden, darunter 13 Kinder und eine schwangere Frau. Zum Zeitpunkt dieses mutmaßlichen Massakers machte er keine Angaben.

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Goldzähne in Folterkammer: Doch stammen sie von Opfern?

Der leitende Ermittler der nationalen ukrainischen Polizei, Serhij Bolwinow, teilte mit, in dem Dorf Piski-Radkiwski in der Region Charkiw sei eine mutmaßliche russische Folterkammer entdeckt worden. Er zeigte Fotos von einer Kiste voller Goldplomben und wertvoller Zahnfüllungen, die angeblich Gefangenen herausgerissen wurden. „Nachbarn hörten von dort ständig Schreie. Die Ermittler fanden im Dorf eine schreckliche Folterkammer“, schrieb er bei Twitter.

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Auch das ukrainische Verteidigungsministerium teilte via Twitter Fotos von den Goldplomben. „Eine Folterkammer in Pisky-Radkivski. Zwei Fotos. Eine Gasmaske, die einem Opfer auf den Kopf gesetzt wurde, das mit einem schwelenden Lappen bedeckt und lebendig begraben wurde. Und eine Schachtel mit goldenen Zahnkronen. Ein Mini-Auschwitz“, hieß es in dem Tweet des Ministeriums.

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Zahnarzt aus der Region: „Sehen aus wie die aus meiner Sammlung“

Die „Bild“-Zeitung berichtete am Mittwoch allerdings, die gefundenen Zähne könnten von Patienten eines örtlichen Zahnarztes stammen. „Diese Zähne sehen aus wie die aus meiner Sammlung, die hier geplündert wurde“, zitiert die Zeitung den Mann. „Ich bin der einzige Zahnarzt hier. Also wenn sie hier gefunden wurden, müssen sie von mir sein“, führte er aus. Er vermute, dass russische Soldaten die Plomben klauten, um den Menschen Angst zu machen, oder sie die Zähne für echtes Gold hielten. Es handele sich allerdings um rostfreien Stahl.

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ARCHIV - 07.02.2022, Russland, Moskau: Wladimir Putin, Präsident von Russland, während einer Pressekonferenz mit dem französischen Präsidenten Macron. (zu dpa «Kremlchef unter Kontrollverlust im Krieg: Putin feiert 70. Geburtstag») Foto: Thibault Camus/Pool AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Putin wird 70: Wie sein Traum vom Stalin-Imperium zu zerplatzen droht

Wladimir Putin denkt gern in historischen Dimensionen. Einer, der unter Putins Herrschaft verehrt wird, ist Stalin. Mit 70 stand Stalin auf dem Zenit seiner Macht, hatte den Weltkrieg gewonnen, beherrschte Osteuropa und besaß die Atombombe. Der russische Präsident, der nun selbst 70 wird, droht indes alles zu verlieren, analysiert Harald Stutte.

Laut des Berichts seien Ermittlungen zu dem Fund begonnen worden. Bei einer Pressekonferenz habe Sergey Bolwinow, Leiter der Ermittlungsabteilung der Polizei in der Region Charkiw, gesagt: „Die veröffentlichten Informationen über die wahrscheinliche Verbindung zwischen diesen Zähnen und dem Zahnarzt werden überprüft. Nach der vorläufigen Untersuchung werden wir detaillierte Informationen bereitstellen, die wir ermitteln werden.“

Menschen vor Ort berichteten den Angaben zufolge allerdings ebenfalls von Folter und regelmäßigen Hilfeschreien. Auch eines der Folteropfer äußerte sich gegenüber der Zeitung.

Ukraine gelingen Rückeroberungen

Am Wochenende hatten russische Truppen die strategisch wichtige Kleinstadt Lyman im östlichen Gebiet Donezk aufgeben müssen. Am Dienstagabend teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj mit, bei dem Vormarsch der ukrainischen Armee seien in den vergangenen Tagen Dutzende Ortschaften aus russischer Besatzung befreit worden.

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RND/AP/seb/nis

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