Sollen für die Ukraine gekämpft haben

Ausländer in Ukraine gefangen genommen: Separatisten drohen mit Todesstrafe

Russische Soldaten gehen durch einen eroberten Bereich von Mariupol (Archivbild).

Russische Soldaten gehen durch einen eroberten Bereich von Mariupol (Archivbild).

Donezk. Die prorussischen Separatisten haben mit der Tötung dreier gefangen genommener Ausländer gedroht, die aufseiten der Ukraine gekämpft haben sollen. Demnach sind „Ermittlungen“ gegen zwei Briten und einen Marokkaner abgeschlossen worden. „Gegen die Angeklagten kann unter Berücksichtigung des Kriegsrechts die Höchststrafe – die Todesstrafe – verhängt werden“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Separatisten der Nachrichtenagentur Interfax zufolge am Freitag. Der Fall sei bereits an das „Gericht“ übergeben.

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Auch die russische Führung hatte ausländischen Kämpfern mit harten Strafen gedroht, wenn sie gefangen genommen würden. Sie würden nicht als Soldaten gelten, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow.

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In Russland gibt es keine Todesstrafe. Sie gilt aber in den prorussischen Separatistengebieten. Dort sind auch die Prozesse gegen die ukrainischen Kämpfer aus dem Stahlwerk in Mariupol geplant. Viele von ihnen gehören dem Asow-Regiment an, das in russischen Medien als Nazi-Einheit bezeichnet wird.

Die Ukraine hofft auf einen Austausch, doch Russland scheint andere Pläne zu verfolgen. Das russische Parlament wollte staatlichen Medienberichten zufolge am Mittwoch über eine Resolution gegen einen Austausch evakuierter Azovstal-Soldaten beraten. Der Präsident des russischen Unterhauses, Wjatscheslaw Wolodin, warf den ukrainischen Kämpfern vor, sie seien „Nazi-Verbrecher“ und „Kriegsverbrecher“. Sie müssten zur Rechenschaft gezogen werden, forderte er. Statuiert Russland an den Mariupol-Kämpfern nun ein Exempel?

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj befürchtet angesichts der massiven russischen Angriffe im Osten einen weitgehend entvölkerten Donbass.

Das scheint laut dem österreichischen Politologen und Russland-Experten an der Universität Innsbruck, Gerhard Mangott, nicht unwahrscheinlich: „In Russland gelten diese Kämpfer als Nazis, und gemäß der russischen Propaganda geht es bei der ‚Spezialoperation‘ in der Ukraine um eine Entnazifizierung“, betont er gegenüber dem RND. Lesen Sie hier, was den gefangenen Azovstal-Soldaten nun droht.

RND/dpa/scs

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