Trump will mehr Truppen nach Afghanistan schicken

US-Präsident Trump in Arlington.

US-Präsident Trump in Arlington.

Arlington. Der Kampf gegen Aufständische und Terroristen in Afghanistan soll verstärkt werden: Entgegen seiner früheren Wahlkampfaussagen will Donald Trump die Zahl der US-Soldaten am Hindukusch erhöhen und auf eine engere Kooperation mit Pakistan und Indien drängen.

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Die Entscheidung gilt als weitreichend, zumal es in den vergangenen Wochen in Trumps Beraterteam eine erbitterte Auseinandersetzung um den außenpolitischen Kurs Amerikas gegeben hatte.

Trump: „Die Generäle haben mich überzeugt“

Vor mehr als 2000 Soldaten der Militärbasis Fort Myer in Arlington unweit der US-Hauptstadt bekräftigte der Präsident am Montagabend (Ortszeit) die Bedeutung des Einsatzes: „Wir dürfen nicht zulassen, dass sich Afghanistan wieder zu einem Ort des Terrorismus entwickelt.“

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Die schlechten Erfahrungen im Irak hätten gezeigt, dass sich ein überstürzter Abzug rächen könnte, da sich Terrorbanden wie die Milizen des Islamischen Staates oder Al Kaida ein Machtvakuum zunutze machen würden.

Trump räumt in seiner Rede ein, jahrelang anders argumentiert zu haben und stets einen schnellen Abzug gefordert zu haben: „Die Generäle haben mich von einem verstärkten Engagement überzeugt.“

Details über konkrete Truppenstärken und Einsatzpläne nennt der 71-Jährige ausdrücklich nicht: „Wir werden die Gegner nicht über unsere Einsatzpläne informieren. Entscheidend sind die Bedingungen vor Ort. Die Militärs greifen zu den Werkzeugen, die sie benötigen.“

Wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichten, bereitet sich das Pentagon darauf vor, die bisherigen 8400 Soldaten um weitere 4000 zu ergänzen, um die Taliban-Kämpfer wieder zurückzudrängen. Der Schwerpunkt des Einsatzes liege weiterhin in der Ausbildung und Unterstützung der einheimischen Regierungstruppen.

Abkehr von Nation-Building-Strategie

Im Gegensatz zu seinen Amtsvorgängern George W. Bush und Barack Obama erteilt Trump dem sogenannten Nation Building eine Absage und betont, dass die US-Truppen ausschließlich die Aufgabe hätten, „Terroristen zu töten“.

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Er könne sich durchaus vorstellen, so Trump, dass auch Teile der Aufständischen später einmal an Regierungsaufgaben beteiligt werden. Niemand könne jedoch sagen, wann oder ob das geschehe werde.

Trumps Auftritt wurde auch jenseits der Militärs mit Spannung erwartet. Nach seinen umstrittenen Aussagen zu dem Neonazi-Aufmarsch in Charlottesville und dem Tod einer Gegendemonstrantin steht der frühere Geschäftsmann politisch enorm unter Druck. Parteifreunde im Kongress und Wirtschaftsführer rücken von dem Amtsinhaber ab, und selbst in konservativen Medien wird über ein vorzeitiges Ende seiner Präsidentschaft spekuliert.

Mit seiner ausgewogenen Rede in Arlington und der Entlassung seines umstrittenen Beraters Steve Bannon am vergangenen Freitag will Trump das Ruder offenbar - abermals - herumreißen.

Bevor er auf den Militäreinsatz am Hindukusch zu sprechen kommt, geht der Republikaner zunächst ausführlich auf die jüngste innenpolitische Krise ein.

Am Beispiel der Armee lasse sich, so Trump, die Bedeutung des gemeinsamen Handelns ablesen: Entscheidend für den Erfolg einer Mission, seien nicht die Herkunft oder die Hautfarbe der Soldaten, sondern der gemeinsame Wille zum Erfolg. Amerika sollte die Soldaten, die von fernen und gefährlichen Fronteinsätzen heimkehren, als geeintes Land empfangen.

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Von Stefan Koch/RND

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