Teurer Shuttle-Service: Autos für EU-Abgeordnete großteils leer

Straßburg: Wenige Abgeordnete sitzen im Plenarsaal des Europäischen Parlaments.

Straßburg: Wenige Abgeordnete sitzen im Plenarsaal des Europäischen Parlaments.

Brüssel. Brüssel (dpa) - In Sitzungswochen des EU-Parlaments werden regelmäßig mehr als 100 Autos des offiziellen Fahrdiensts von Brüssel nach Straßburg kutschiert - viele davon leer. Dies bestätigte die Pressestelle des Parlaments der Deutschen Presse-Agentur. Die Autos und ihre Fahrer würden in Straßburg gebraucht, um Abgeordnete vom Flughafen oder Bahnhof zum Parlamentsgebäude zu bringen.

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Doch nur wenige der 751 EU-Abgeordneten nutzen die Möglichkeit, in den Limousinen selbst nach Straßburg mitzufahren.

In der Novembersitzung hätten 25 Parlamentarier den Shuttle angefragt, teilte das Parlament mit. Das entspricht den Angaben zufolge dem Durchschnittswert der Sitzungswochen. Um die Auslastung zu erhöhen, dürften auch höhere Parlamentsbedienstete oder Gäste die Wagen nutzen. Dennoch sind den Angaben zufolge im Durchschnitt nur 70 von 105 regelmäßig überführten Autos besetzt.

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Die Betriebskosten der gesamten Flotte summierten sich pro Jahr auf gut eine Million Euro, sagte eine Parlamentssprecherin.

"Im Interesse einer wirtschaftlichen Haushaltsführung"

Der aus der ZDF-„Heute Show“ bekannte Satiriker und EU-Abgeordnete Nico Semsrott fährt bei der Überführung der Limousinen mit nach Straßburg. Er habe erst kürzlich herausgefunden, dass es diese Möglichkeit gebe, sagte der gebürtige Hamburger der dpa. Semsrott kritisierte indes, dass viele Autos die rund 450 Kilometer zwischen Brüssel und Straßburg leer zurücklegen.

Auf die Frage, warum das EU-Parlament keine Autos in Straßburg stationiert, erklärte die Sprecherin, dass die aktuelle Handhabung bereits „im Interesse einer wirtschaftlichen Haushaltsführung“ sei.

Das EU-Parlament tagt meist im französischen Straßburg; die parlamentarischen Ausschüsse treten dagegen in Brüssel zusammen. Das hatten die Regierungen der Mitgliedstaaten einst einstimmig beschlossen. Semsrott (Die Partei) kritisiert, dass das EU-Parlament seinen Sitz nicht selbst festlegen dürfe. Dies und das damit verbundene Pendeln alle vier Wochen sei demütigend, findet er.

RND/dpa

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