Anschlag tötete vier Menschen

Terrorprozess nach Anschlag in Wien: Mutmaßliche Helfer sind IS-Anhänger

Bei dem Terroranschlag in der Wiener Innenstadt kamen 2020 vier Menschen ums Leben. (Symbolbild)

Bei dem Terroranschlag in der Wiener Innenstadt kamen 2020 vier Menschen ums Leben. (Symbolbild)

Wien. Sechs mutmaßliche Unterstützer des Wiener Terroranschlags vom 2. November 2020 stehen ab Dienstag vor Gericht. Dem Attentäter kann kein Prozess mehr gemacht werden, der Sympathisant der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) wurde damals von der Polizei erschossen. Die sechs mutmaßlichen Helfer sind laut der Staatsanwältin ebenfalls Sympathisanten des IS. „Jeder einzelne der Angeklagten ist Anhänger“, sagte sie am Dienstag im Wiener Landgericht zu Beginn des Prozesses rund um den Anschlag.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Der 20-Jährige tötete in einem belebten Ausgehviertel im Zentrum der österreichischen Hauptstadt vier Menschen, darunter eine deutsche Studentin. Verletzt wurden 23 Menschen, auch unter ihnen waren einige Deutsche. Im Wiener Landgericht sollen die Urteile frühestens im Februar fallen.

Angeklagte sollen IS-Attentäter geholfen haben

Aus Sicht der Staatsanwältin wurde dieser „hinterhältige, ja geradezu bestialische“ Anschlag von den Angeklagten direkt unterstützt. Einzeln und in verschiedenen Kombinationen hätten die Männer im Alter zwischen 22 und 32 Jahren geholfen, ein Sturmgewehr, eine Faustfeuerwaffe und Munition zu kaufen, das Anschlagsziel auszuwählen und den Attentäter unmittelbar vor der Tat psychologisch zu stärken. Dafür sprächen unter anderem DNA-Spuren und Mobilfunk-Standortdaten. Die Staatsanwältin berichtete, dass nicht nur der Täter, sondern auch fünf der Männer auf der Anklagebank dem österreichischen Verfassungsschutz schon jahrelang vor dem Anschlag als Teil der radikal-islamistischen Szene in Wien bekannt waren.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Den Angeklagten wird unter anderem die Beteiligung an terroristischen Straftaten in Verbindung mit Mord vorgeworfen. Je nach Alter drohen ihnen Höchststrafen von 20 Jahren oder lebenslange Haft. Alle sechs haben vor dem Prozess gegenüber dem Ermittlungsteam geleugnet, von dem Anschlagsplan gewusst und dem Täter geholfen zu haben.

Der Anschlag hatte 2020 in Österreich nicht nur für Entsetzen, sondern auch für Kritik wegen Ermittlungspannen vor der Tat gesorgt. Eine Untersuchungskommission hielt dazu in einem Bericht fest, dass Polizei und Justiz keine rechtzeitigen Schritte gegen den einschlägig vorbestraften Täter unternahmen - obwohl bekannt war, dass der Mann Militärmunition in der Slowakei kaufen wollte. Als Konsequenz aus den Behördenfehlern wurde der österreichische Staatsschutz reformiert.

RND/dpa

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen