Stasi-Akten: Es tut nicht (mehr so) weh

Ein Blick in die Stasi-Opfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.

Ein Blick in die Stasi-Opfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.

„Vergangenheit ist, wenn es nicht mehr wehtut“, hat der amerikanische Schriftsteller Mark Twain mal geschrieben. Dabei dient es der Wahrheitsfindung, wenn man diesen Satz auf die Stasi-Unterlagen-Behörde anwendet, die nach 30 Jahren unter das Dach des Bundesarchivs schlüpfen soll.

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Für die Mehrheit der Ostdeutschen kann man wohl sagen, dass die Stasi-Vergangenheit nicht mehr wehtut – jedenfalls nicht in einem elementaren Sinne. Gewiss lässt sich vieles, was heute in der ehemaligen DDR geschieht, nicht ohne die Repression der DDR erklären. Nach wie vor ist Deutschland ja auch politisch zweigeteilt. Das zeigen allein die Wahlergebnisse für die Linke und die AfD, und es hat mit den Jahren 1949 bis 1989 zu tun.

Allerdings wird dieser Zusammenhang von immer weniger Menschen hergestellt. Auch gibt es längst keine großen Stasi-Enthüllungen mehr, die für öffentliches Aufsehen sorgen. Insofern ist die Überführung der Stasi-Unterlagen-Behörde und ihrer Bestände ins Bundesarchiv nur konsequent. Würde man die Behörde erhalten, so würde ein Museum daraus. Das kann niemand wollen.

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Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen.

William Faulkner,

amerikanischer Schriftsteller

Einer durchaus nicht kleinen Minderheit von politischen Gefangenen tun die Akten und das, was sich in ihnen ausdrückt, allerdings immer noch sehr wohl weh. Tausende leiden unter Traumata und den materiellen Folgen der Haft. Viele von ihnen leben längst im Westen. Sie kämpfen um Rehabilitierung und brauchen die Akten sowohl in einem symbolischen als auch in einem höchst konkreten Sinne – sprich: für einschlägige Entschädigungsverfahren.

Für diese Menschen gilt ein anderer und sehr schmerzhafter Satz eines anderen amerikanischen Schriftstellers – von William Faulkner. Er schrieb: „Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen.“

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