Trotz Gräueltaten

Selenskyj will weiter mit Russland über Frieden verhandeln

Ukraine, Kiew: Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, während eines Interviews mit der Nachrichtenagentur Associated Press in seinem Büro.

Ukraine, Kiew: Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, während eines Interviews mit der Nachrichtenagentur Associated Press in seinem Büro.

Kiew. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will trotz der jüngsten Gräueltaten weiter mit Russland über eine Friedenslösung sprechen. „Niemand will mit einer Person oder Leuten verhandeln, die seine Nation gefoltert haben. Das ist alles verständlich“, sagte Selenskyj am Samstag in einem Interview der Nachrichtenagentur AP. „Aber wir wollen keine Gelegenheiten für eine diplomatische Lösung verpassen, wenn wir sie haben.“

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Er sei zuversichtlich, dass auch die Ukrainer letztlich ein mögliches Friedensabkommen akzeptieren würden, trotz allem was sie seit dem Einmarsch der russischen Truppen erdulden hätten müssen. Gleichzeitig müsse er der Tatsache realistisch ins Auge sehen, dass die Chancen auf eine rasche Einigung gering seien, sagte Selenskyj.

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„Wir müssen kämpfen, um unser Leben kämpfen“

Nach mehr als sechs Wochen Krieg war Selenskyj bei dem Interview die Erschöpfung anzumerken. Dennoch gab er sich entschlossen, Russland weiter die Stirn zu bieten. „Wir müssen kämpfen, um unser Leben kämpfen“, sagte er. „Man kann nicht für Staub kämpfen, wenn nichts und keine Leute mehr da sind.“ Er sprach mit der AP im Inneren des Präsidentenpalastes in Kiew. An den Fenstern und in den Gängen waren Sandsäcke aufgetürmt. Schwer bewaffnete Soldaten standen Wache.

Auf die Frage, ob die westlichen Staaten schon ausreichend Waffen und andere Ausrüstung geliefert hätten, damit die Ukraine gegen Russland die Oberhand gewinnen könnte, gab sich Selenskyj sichtlich enttäuscht. „Noch nicht“, sagte er auf Englisch, um seinen Worten zusätzlichen Nachdruck zu verleihen. „Natürlich ist es nicht genug.“ Gleichzeitig würdigte er aber die zunehmende Unterstützung Europas und der USA.

RND/AP

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