Mit Kurzarmhemd in die Ukraine

„Aus der Mode gekommen“: Scholz erntet wieder Häme für sein Reiseoutfit

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, Mitte), geht nach seiner Ankunft am Kiewer Bahnhof mit Deutschlands Botschafterin in Kiew, Anka Feldhusen (rechts), über den Bahnsteig.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, Mitte), geht nach seiner Ankunft am Kiewer Bahnhof mit Deutschlands Botschafterin in Kiew, Anka Feldhusen (rechts), über den Bahnsteig.

Es ist eine der wichtigsten Reisen von Olaf Scholz in seinem Amt als Bundeskanzler. Mit dem Nachtzug aus Polen hat sich der SPD-Politiker am Donnerstag auf den Weg in die ukrainische Hauptstadt Kiew gemacht. Mit dabei: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der italienische Ministerpräsident Mario Draghi. Bilder der drei Spitzenpolitiker zeigen eine freundschaftliche Atmosphäre – und einen Kanzler in schwarzem Kurzarmhemd. Ein Outfit, das im modebewussten Italien umgehend für Häme sorgt. Das italienische Tagesblatt „La Repubblica“ kommentiert den Scholz-Reiselook als „aus der Mode gekommen“.

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Aber auch die Kleidung von Macron und Draghi lässt die Zeitung nicht unkommentiert. Macron zeigte sich in der Nacht zu Donnerstag in einem weißen Hemd und Anzughose, Draghi hingegen in Hemd und Pullover, der als „Klimaanlagenpullover“ betitelt wird. Der Kommentar der Zeitung: Das Auftreten der Politiker sei der Situation angepasst und davon geprägt, „die Politik auf das reale Kriegsfeld zu bringen“.

Gemeinsam in die Ukraine: Mario Draghi (von links), Ministerpräsident von Italien, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), und Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, reisen von Polen aus mit dem Zug nach Kiew.

Gemeinsam in die Ukraine: Mario Draghi (von links), Ministerpräsident von Italien, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), und Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, reisen von Polen aus mit dem Zug nach Kiew.

Scholz im Schlabberlook in die USA

Zumindest für den Bundeskanzler ist es nicht die erste öffentliche Häme für seine legere Kleidungswahl auf Dienstreisen. Erst im Februar fiel Scholz bei einer Reise in die USA für seinen „Schlabberlook“ auf. Auf seinem Weg zum Antrittsbesuch in Washington trug der SPD-Politiker einen weiten grauen Pullover, darunter ein schwarzes T‑Shirt. In den sozialen Medien wurde der Bundeskanzler dafür gelobt, aber auch belächelt.

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Antrittsbesuch in den USA: Bundeskanzler Olaf Scholz (Mitte, SPD) auf dem Weg nach Washington zu mitreisenden Journalisten. Das legere Outfit von Scholz auf dem Flug sorgte für viel Gesprächsstoff.

Antrittsbesuch in den USA: Bundeskanzler Olaf Scholz (Mitte, SPD) auf dem Weg nach Washington zu mitreisenden Journalisten. Das legere Outfit von Scholz auf dem Flug sorgte für viel Gesprächsstoff.

Eine repräsentative Studie zeigte im Nachhinein, dass Scholz mit seinem „Schlabberlook“ durchaus überzeugen kann. Das legere Outfit auf dem Flug zu seinem Antritts­besuch in den USA im Februar war einer Umfrage zufolge für die meisten Deutschen passend gewesen. 60 Prozent der Befragten hatten das Outfit mit Pullover statt Anzug und Krawatte damals für angemessen bewertet, ergab eine Studie des Meinungs­forschungs­instituts YouGov. 18 Prozent fanden die Kleider­wahl dagegen unangemessen.

Scholz’ Aktentasche wieder im Blickpunkt

Auch im vergangenen Jahr reiste Scholz – damals noch als Finanzminister – im dunkelblauen T‑Shirt und brauner Hose nach Washington und sorgte dabei für viel Aufsehen. In der Hand hatte der Kanzler – wie auch am Donnerstag auf dem Weg nach Kiew – eine schwarze, abgewetzte Aktentasche getragen. Sein damaliger Look wurde in den sozialen Medien zum Meme.

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Das Auftreten im schlichten Shirt scheint Scholz nichts auszumachen: Auch als sich der SPD-Politiker öffentlich impfen ließ, zeigte er sich in einem dunklen Kurzarmoberteil.

Der Experte für politische Kommunikation, Karl-Martin Obermeier, hat Scholz’ Kleidungsstil auf Reisen zuletzt als politisches Signal eingeordnet: Gegenüber Bürgern und Gesprächspartnern wolle sich der Kanzler locker und salopp zeigen, so der Experte gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Gespräche in Shirt und Jeans könnten so als „Gespräch unter Freunden“ wahrgenommen werden.

RND/hyd/jst

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