Wegen Sanktionen gestrandet

Diese russischen Flugzeuge stehen noch in Deutschland

Eine Bombardier BD 100-1A10 Challenger 300, so wie diese hier, ist unter den sanktionierten russischen Maschinen.

Eine Bombardier BD 100-1A10 Challenger 300, so wie diese hier, ist unter den sanktionierten russischen Maschinen.

Berlin. Mehr als fünf Monate nach Sperrung des EU-Luftraums für russische Flugzeuge stehen noch zehn Maschinen von russischen Eigentümern oder unter russischer Kontrolle auf deutschen Flugplätzen. Das teilte das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) mit. „Da die Maschinen aufgrund des EU-Sanktionsregimes einem Start- und Flugverbot unterliegen, können sie durch den Eigentümer nicht genutzt und nicht an einen anderen Ort verbracht werden“, hieß es.

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Als Reaktion auf den Angriff Russlands auf die Ukraine hatte Deutschland auf Entscheidung von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) wie die gesamte EU den Luftraum für russische Maschinen gesperrt. Das Verbot trat am 27. Februar – drei Tage nach Kriegsbeginn – für Flüge aus Russland nach Deutschland sowie Überflüge in Kraft. Russische Maschinen, die nicht außer Landes geflogen wurden, dürfen Deutschland seitdem nicht mehr verlassen.

Hauptsächlich kleine Jets

Laut Verkehrsministerium stehen in Leipzig aktuell drei russische Maschinen des Typs Antonov AN-124. Diese Art von Flugzeug wird vorrangig für Charterfrachtflüge genutzt. In Köln steht eine Bombardier BD-100-1A10 Challenger 300 und eine Boeing 737. Maschinen wie die Boeing 737 werden häufig als Passagierflüge eingesetzt. Die Bombardier ist ein acht- bis Elfsitzer und wird oftmals als Geschäftsreiseflugzeug oder Privatjet genutzt.

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In Frankfurt-Hahn befindet sich eine Boeing 747 – auch Jumbojet genannt –, die häufig als Passagiermaschine genutzt wird. In Baden-Baden stehen mit vier Maschinen die meisten auf einem Flugplatz in Deutschland: Cessna 750 Citation X, zwei Maschinen des Typs Embraer ERJ-135BJ Legacy 600 und eine Bombardier BD-700-1A10 Global Express XRS. Bei allen handelt es sich um Geschäftsreisejets.

Eine Airbus-Maschine des Typs A320, die mal eine russische Airline geleast hatte, steht noch in München. Über die weitere Verwendung entscheidet der Eigentümer, hieß es weiter.

Trotz Sanktionen dürfen Wartungsarbeiten an den Maschinen durchgeführt werden: Aber nur Arbeiten, die der „einstweiligen Sicherung“ der Maschinen dienen, wie das Ministerium erklärte. Eine Sprecherin zählte als Beispiele das Schleppen auf eine Parkposition und die Absicherung gegen nicht autorisierten Zutritt auf. Darüber hinaus gehende Wartungsarbeiten und die Bereitstellung von Ersatzteilen seien gemäß der Sanktionsbestimmungen nicht erlaubt.

Russland hatte nach Kriegsbeginn seinen Luftraum für Maschinen aus Deutschland sowie 35 weiteren Staaten ebenfalls gesperrt. Wer von Zentraleuropa aus beispielsweise nach China, Japan und Korea reisen will, muss Russland südlich umfliegen.

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