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Evakuierte Soldaten in Gefangenschaft

Berichte: Will Russland den Austausch von Azovstal-Kämpfern verhindern?

Ukrainische Kämpfer, die sich im Mariupoler Azovstal-Stahlwerk verschanzt und später ergeben hatten, werden von prorussischen Kräften in einem Bus abtransportiert.

Kiew. Das russische Parlament will am (heutigen) Mittwoch staatlichen Medienberichten zufolge über eine Resolution gegen einen Austausch evakuierter Azovstal-Kämpfer beraten.

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Ukrainische Kämpfer waren aus der Stahlfabrik Azovstal in Mariupol geholt und in eine frühere Strafkolonie auf Territorium gebracht worden, das von prorussischen Rebellen kontrolliert wird. Die ukrainische Regierung hat die Hoffnung geäußert, dass die Ukrainer gegen russische Kriegsgefangene ausgetauscht werden können. Die Resolution könnte verhindern, dass Mitglieder des in Azovstal aktiven Asow-Regiments freikommen.

Ukraine gibt mit Stahlwerk letzte Bastion in Mariupol auf

Das ukrainische Militär kündigte am Dienstag an, eine komplette Evakuierung des Azovstal-Werks anzustreben.

Die stellvertretende ukrainische Verteidigungsministerin Hanna Maljar sagte, es werde weiter um die Freilassung der Kämpfer verhandelt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, „die einflussreichsten internationalen Vermittler“ seien am Vorhaben beteiligt, weitere Kämpfer aus der Stahlfabrik zu retten. Die Zahl der dort noch verbliebenen Kämpfer ist unklar.

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Die Stahlfabrik ist die letzte Hochburg des ukrainischen Widerstands in Mariupol, das von Russland kontrolliert wird. Mehr als 260 Ukrainer waren am Montag im Rahmen eines Abkommens zwischen den Konfliktparteien von dort weggebracht worden; einige waren schwer verletzt. Weitere sieben Busse mit ukrainischen Kämpfern aus Azovstal kamen am Dienstag an einer früheren Strafkolonie in der Stadt Oleniwka nördlich von Mariupol an. Der Ort wird seit 2014 von prorussischen Separatisten kontrolliert.

Am Mittwoch meldete das russische Verteidigungsministerium, dass sich insgesamt knapp 1000 ukrainische Soldaten aus dem Stahlwerk Azovstal in Mariupol ergeben haben. In den vergangenen 24 Stunden hätten sich 694 gestellt, darunter 29 Verletzte, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Damit liege die Gesamtzahl der in dieser Woche evakuierten Soldaten von dort bei 959. Diese Zahl wurde von der ukrainischen Regierung nicht bestätigt.

Der Präsident des russischen Unterhauses, Wjatscheslaw Wolodin, warf den ukrainischen Kämpfern vor, sie seien zum Teil „Kriegsverbrecher“. Sie müssten zur Rechenschaft gezogen werden, forderte er.

Russland hat Mariupol seit knapp drei Monaten belagert. Das russische Bombardement hat dort nach ukrainischen Angaben mehr als 20.000 Zivilisten getötet. Unter anderem starteten russische Truppen Luftangriffe auf eine Entbindungsklinik und ein Theater, in dem Zivilisten Schutz gesucht hatten. Mariupol gilt als Symbol des Widerstands und des Leids.

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RND/AP

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