Weil er „nur an sich gedacht hat“

Präsident Selenskyj feuert Geheimdienstchef von Charkiw

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Sonntag mit dem Gouverneur von Charkiw, Oleh Synyehubov (2.v.l.), beim Besuch der Front im Osten des Landes.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben den Geheimdienstchef der ostukrainischen Stadt Charkiw entlassen. Dieser habe seit den ersten Tagen des Krieges nicht für den Schutz der Stadt gearbeitet, sondern „nur an sich gedacht“, sagte Selenskyj am Sonntagabend in seiner täglichen Videoansprache. Nun sollen die Strafbehörden gegen den Mann ermitteln.

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Der ukrainische Präsident war am Sonntag erstmals seit Beginn des russischen Angriffskrieges ins Frontgebiet im Osten der Ukraine gereist. In seiner Videobotschaft zeigte sich der Präsident erschüttert: „Schwarze, ausgebrannte, halb zerstörte Wohnhäuser blicken mit ihren Fenstern nach Osten und Norden – dorthin, von wo die russische Artillerie schoss.“

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Russland habe allerdings nicht nur die Schlacht um Charkiw, sondern auch um Kiew und den Norden der Ukraine verloren, erklärte Selenskyj. „Es hat seine eigene Zukunft und jede kulturelle Bindung zur freien Welt verloren. Sie sind alle verbrannt.“

Selenskyj warf Russland auch die weitgehende Zerstörung der Großstadt Sjewjerodonezk im Donbass vor. Die gesamte Infrastruktur sei vernichtet, sagte er. „90 Prozent der Häuser sind beschädigt. Mehr als zwei Drittel des Wohnbestands der Stadt sind komplett zerstört.“ Sjewjerodonezk ist seit Monaten Ziel von russischen Angriffen. Die Stadt gilt als letzter Punkt, den das ukrainische Militär in der Region Luhansk noch kontrolliert.

Russische Truppen verstärken Angriff in Ostukraine

Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist die Lage im Donbass unbeschreiblich schwierig.

Bereits Anfang April hatte Selenskyj zwei hochrangige ukrainische Generäle degradiert: Den ehemaligen Leiter der Abteilung für innere Sicherheit beim Inlandsgeheimdienst SBU, Andriy Naumov, sowie den SBU-Chef für die Region Cherson, Sergej Kryvoruchko.

„Jetzt habe ich keine Zeit, mich mit allen Verrätern zu befassen. Aber nach und nach werden sie alle bestraft“, hatte Selenskyi damals erklärt.

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RND/dpa

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