Bei Anruf Moskau

Fake-Anrufe: Telefonscherze sollen russische Führung in den Wahnsinn treiben

Der russische Präsident Wladimir Putin spricht am Telefon. (Archivbild)

Nur ein Klick und schon sind zwei Offizielle von russischen Geheimdiensten, des Militärs oder der Regierung telefonisch miteinander verbunden. Die neue Website eines Künstlerkollektivs macht dies möglich. Warum? „Wenn man am Telefon ist, kann man keine Bomben abwerfen“, so die Idee des Kollektivs „The Obfuscated Dreams of Scheherazade“, über die zuerst das Portal „Wired“ berichtete.

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Schon zu Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine habe das Kollektiv die Idee für die Website gehabt. Die Einrichtung von Sicherheitsvorkehrungen aber habe das Projekt verzögert. Nun aber soll die Streichaktion stehen: Über die Website wasterussiantime.today sollen Nutzerinnen und Nutzer Fake-Anrufe starten können. So können zwei Mitarbeitende russischer Behörden miteinander verbunden werden – ohne zu wissen, warum. Verfügt man über Russischkenntnisse, kann man dann möglicherweise den Gesprächen der verwirrten Offiziellen folgen. Die mehr als 5000 Telefonnummern für die Scherzanrufe sollen aus mehreren Leaks stammen.

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So die Theorie, die laut „Wired“ auch funktioniert. Beim Versuch des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) war die Website allerdings am Donnerstag nicht aufrufbar. Das überrascht nicht: „Wir denken, dass das ganze System nicht ewig leben wird; eines Tages wird es wahrscheinlich blockiert werden“, sagte Shera, ein Mitglied des Künstlerkollektivs, gegenüber „Wired“.

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„Wir hoffen auf Verwirrung, darauf, dass sie sich ärgern, und darauf, dass diese Anrufe vielleicht sogar für Leute interessant sind, die Russisch sprechen“, erklärte die Person weiterhin das Ziel der Aktion. Vor allem wolle man die Leute auch „ein bisschen zum Lachen bringen“. Der Krieg sei in Moskau und St. Petersburg gestartet worden, im „Machtzirkel Putins“ – „das sind die, die wir ärgern und stören wollen“, heißt es weiter.

Russland wird seit Beginn der Invasion in die Ukraine vermehrt Ziel von Hackern und ungewöhnlichen Aktionen. Das Hackerkollektiv Anonymous etwa will bereits Dutzende Terabyte an Daten aus dem Kreml erbeutet haben. Auch die Überwachungskameras des Kreml soll die Gruppe bereits angezapft haben. Ende März veröffentlichten die Hacker Daten der russischen Zentralbank.

RND/sic

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