„Was treiben Sie da eigentlich?“

Putin demütigt Vizeregierungschef Manturow vor laufender Kamera

Wladimir Putin, russicher Präsident.

Wladimir Putin, russicher Präsident.

Für Denis Manturow, den russischen Vizeregierungschef und Minister für Industrie und Handel, war die erste Kabinettssitzung des Jahres 2023 der russischen Regierung ein demütigender Moment. In der öffentlichen Videokonferenz hatte sich Putin beschwert, dass einige Unternehmen, die zivile Flugzeuge, Hubschrauber und Schiffe herstellen, für 2023 noch keine Staatsaufträge erhalten haben und daher die Produktion noch nicht beginnen konnten.

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Als im Sommer 2022 die Engpässe bei der russischen Armee im Zuge des Angriffskrieges in der Ukraine immer eklatanter wurden, beauftragte der Präsident Denis Manturow, Abhilfe zu schaffen und die Rüstungsindustrie voranzutreiben.

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Der Handelsminister sprach während der virtuellen Konferenz über die Produktion von Helikopterantrieben in St. Petersburg, die zuvor in der Ukraine hergestellt wurden. Doch Putin war mit dem Verlauf der Entwicklungen unzufrieden und verlor die Beherrschung: „Es dauert zu lang. Diese 700 Flugzeuge, einschließlich der Hubschrauber (…) Sie müssen das mit dem Verteidigungsministerium klären (…) mehrere Unternehmen haben noch immer keine Aufträge erhalten“, beschwerte sich der Staatschef, wie die Moskauer Tageszeitung „Kommersant“ berichtet.

Ultimatum an Manturow

„Was treiben Sie da eigentlich?“, fuhr Putin Manturow demnach an. „Wann werden die Verträge unterzeichnet?“ Der Präsident erklärte ihm daraufhin, dass die Unternehmen planen müssten: „Sie müssen Arbeitskräfte einstellen, sie müssen ihre Produktionskapazitäten aufrechterhalten oder erweitern, verstehen Sie?“

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Die Ausflüchte des Ministers, dass sein Ministerium sein Bestes geben werde und bereits „Investitionsprojekte“ auf den Weg gebracht worden seien, waren offensichtlich unzureichend und der russische Präsident stellte ihm schließlich ein Ultimatum: „Nein, Sie sollen nicht versuchen, Ihr Bestes zu geben. Verstehen Sie denn nicht, in welcher Situation wir sind? Das muss in einem Monat erledigt sein, nicht später“, so Putin.

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„Heute hat Putin die Geduld (…) mit Manturow verloren, bislang einer seiner Lieblinge“, schrieb der Russland-Kenner Anders Aslund auf Twitter. Nun gelte es zu beobachten, ob Manturow diesen öffentlichen Streit mit Putin politisch überlebe. „Wenn Putin ihn nicht feuert, sieht das sehr schwach aus.“

RND/vkoe

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