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Präsidentschaftswahlen in Frankreich: Warten auf Macron

Eine offizielle Kandidatur zur Präsidentschaft gibt es von Amtsinhaber Emmanuel Macron noch nicht.

Paris. Zwei Monate sind es noch bis zur französischen Präsidentschaftswahl, doch während ein gutes Dutzend Kandidatinnen und Kandidaten längst Kundgebungen abhalten und für sich werbend durchs Land reisen, hat der derzeit aussichtsreichste von ihnen, Präsident Emmanuel Macron, keine Zeit für den Wahlkampf.

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„Ich werde meine Entscheidung bei gegebener Zeit bekanntgeben“, antwortete er Ende Januar beim Besuch einer Landwirtschaftsschule einem Schüler, der ihn frei heraus gefragt hatte, ob er erneut kandidiere. Denn offiziell hat Macron das immer noch nicht gesagt, auch wenn die Vorbereitungen in seiner künftigen Wahlkampfzentrale längst laufen.

Eine Internetseite mit dem Titel „mit euch“ ging bereits online, auf der Bürgerinnen und Bürger von ihren alltäglichen Herausforderungen und Erwartungen erzählen und hinter der bereits Macrons Wahlkampfteam steckt. Das Projekt wirkt wie eine Online-Variante der Umfrageaktion „Großer Marsch“, bei der seine Unterstützer vor fünf Jahren von Tür zu Tür gegangen waren, um den Menschen auf den Zahl zu fühlen – und ihnen den jungen Kandidaten näher zu bringen.

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Macron will „bis zur letzten Viertelstunde“ regieren

Macron war damals lediglich ein mittelmäßig bekannter Aufsteiger, den sein Vorgänger François Hollande nacheinander zum Wirtschaftsberater und dann -minister gemacht hatte. Inzwischen ist er zur Genüge bekannt und ließ wissen, dass er vor der ersten Wahlrunde wenig Interesse an einer TV-Debatte mit den anderen Kandidatinnen und Kandidaten habe. Eine Bühne hat er als Präsident ohnehin.

„Bis zur letzten Viertelstunde“ werde er regieren, sagte der 44-Jährige auf den Vorwurf der Opposition hin, die derzeit laufende französische EU-Ratspräsidentschaft trotz der Präsidentschaftswahlen nicht verschoben zu haben. Vor ein paar Tagen versicherte er in einem Interview, er sei davon „besessen“, erst die aktuell kritische Phase der Corona-Pandemie und die aktuelle geopolitische Krise zwischen Russland und der Ukraine hinter sich zu lassen.

Der französische Präsident Emmanuel Macron mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin bei einem Treffen zum Ukraine-Konflikt im Jahr 2019. Auch damals nahm Frankreich eine wichtige Vermittlerrolle ein.

Der französische Präsident Emmanuel Macron mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin bei einem Treffen zum Ukraine-Konflikt im Jahr 2019. Auch damals nahm Frankreich eine wichtige Vermittlerrolle ein.

Nach einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau am Montag wird Macron am Dienstag in Kiew zu einem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erwartet. Er bemüht sich um eine aktive Vermittlerrolle in dem Konflikt zwischen den beiden Ländern.

Umfragen: Macron bei 24, Le Pen und Pécresse bei jeweils 16 Prozent

Man dürfe nicht erwarten, dass „sofort alles geregelt“ werde, hieß es vorab aus dem Élysée-Palast, aber man hoffe auf ein paar erste Schritte auf dem Weg zur Deeskalation. Sollte dies gelingen, wäre es ein Erfolg, mit dem Macron auch zu Hause punkten könnte. Dass Putin bei einem ihrer jüngsten Telefonate zu ihm gesagt haben soll, er schätze ihn sehr als Gesprächspartner, machte in der französischen Presse lobend die Runde.

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Seit Monaten führt der Staatschef Umfragen mit rund 24 Prozent an, deutlich vor der Rechtspopulistin Marine Le Pen und der Republikanerin Valérie Pécresse mit jeweils um die 16 Prozent. In der Stichwahl kann er nach aktuellem Stand mit einem Sieg rechnen.

Dennoch sollte er sich nicht zu sicher fühlen, warnt Frédéric Dabi, Leiter des Meinungsforschungsinstitutes IFOP: „Das kann sich ganz schnell ändern.“ Besonders gefährlich könnte für Macron die Debatte um die Kaufkraft werden, die sich als wichtiges Thema in diesem Wahlkampf herauskristallisiert. Und dann könnte sich der Bonus des Amtsinhabers in einen Nachteil verwandeln.

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