Zahlen zur Pflegeausbildung

Pflege: Zahl der Azubis steigt, aber die Personalnot bleibt

5 Prozent mehr Auszubildende haben 2021 eine Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann begonnen. Seit 2020 gibt es diese neue Ausbildung.

5 Prozent mehr Auszubildende haben 2021 eine Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann begonnen. Seit 2020 gibt es diese neue Ausbildung.

Berlin. Die Zahl der neu begonnenen Ausbildungen zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann hat 2021 leicht zugenommen. Das geht aus Daten hervor, die das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag veröffentlichte. Demnach haben im vergangenen Jahr 56.300 Menschen eine Ausbildung in der Pflege begonnen. Das sind 5 Prozent mehr als 2020. Insgesamt befanden sich am 31. Dezember 2021 rund 102.900 Personen in einer Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann.

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Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats, ist aufgrund dieser Zahlen vorsichtig optimistisch. „Alles, was 5 Prozent mehr ist, freut uns natürlich“, sagt sie im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Um die Entwicklung der Ausbildung in der Pflege vollständig beurteilen zu können, müsse man jedoch auch berücksichtigen, wie viele Leute die Ausbildung nicht abschließen. Dazu gibt es in der neuen Veröffentlichung des Statistischen Bundesamts keine Angaben.

Ausbildung in der Pflege: hohe Abbrecherquote

Die Abbrecherquote in der Pflege ist hoch. Rund 20 bis 25 Prozent eines Jahrgangs schließen laut Vogler ihre Ausbildung nicht ab. Für 2020 gibt das Statistische Bundesamt an, dass sich 57.294 Leute für den Pflegeberuf entschieden hatten. Am Jahresende 2020 waren 53.610 von ihnen noch in Ausbildung.

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Vor allem Frauen entscheiden sich für einen Beruf in der Pflege. 76 Prozent der neuen Auszubildenden waren weiblich. „Ich möchte die Profession für alle attraktiver machen“, sagt Pflegeratspräsidentin Vogler. Löhne und Status – da müsse man ansetzen, um mehr Leute zu gewinnen. Denn weiterhin gibt es in den Pflegeberufen viel zu wenig Personal, betont Vogler. „Daran hat sich nichts geändert, und es ist auch keine Besserung in Sicht.“

Beinahe jede fünfte Person war zu Beginn der Ausbildung 30 Jahre alt oder älter. 4000 Menschen lagen sogar in der Altersgruppe ab 40 Jahren – das entspricht einem Anteil von 7 Prozent. Ob die neuen Auszubildenden zuvor bereits eine andere Berufsausbildung absolviert hatten, wird in der Statistik nicht erfasst.

Ausbildung zu Pflegefachfrau oder Pflegefachmann gibt es seit 2020

Die Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann gibt es seit dem Jahr 2020. Ursprünglich waren die Ausbildungen in der Gesundheits- und Krankenpflege, der Kinderkrankenpflege und der Altenpflege voneinander getrennt. Die Reform des Pflegeberufegesetzes führte die Fachrichtungen zum Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann zusammen.

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Seit 2020 sammeln Auszubildende in den ersten zwei Jahren generalistisches Wissen und Erfahrung. Sie können dabei einen Vertiefungsbereich im praktischen Teil wählen. Im dritten Berufsjahr können sie entscheiden, ob sie den allgemeinen Zweig fortsetzen wollen oder einen gesonderten Abschluss in der Altenpflege oder der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege erwerben wollen.

Christine Vogler: „Das ist der richtige Weg für die Profession“

Da es die neue Ausbildung noch nicht so lange gebe, könne man den Erfolg der Reform noch nicht genau bewerten, sagt Christine Vogler. Sie sei aber eine Anhängerin der Generalistik, also der Zusammenführung mehrerer Berufe. Deshalb bewertet sie die Neuordnung positiv: „Das ist der richtige Weg für die Profession.“

ARCHIV - 19.11.2021, Bayern, Haar: ILLUSTRATION - Ein Mann bekommt im Impfzentrum seine Booster-Impfung (Biontech/Pfizer) gegen das Coronavirus. Die angebliche Zahl schwerer Nebenwirkungen der Corona-Impfungen sind seit Monaten ein Zankapfel in Politik und Gesellschaft. (zu dpa: Gesundheitsministerium löschte Corona-Tweet: Was steckt dahinter?) Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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Die Ausbildung ist auch in Teilzeit möglich. Das Angebot soll berufsbegleitende Ausbildungen unterstützen und Personen mit Familie die Ausbildung erleichtern. 2021 haben 600 Personen – rund ein Prozent der Pflegeauszubildenden – diese Möglichkeit angenommen.

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