„Pandora Papers“: Geleakte Papiere enthüllen Geschäfte mit Briefkastenfirmen – Datensatz mit Namen von Hunderten Politikern

Der ehemalige britische Premier Tony Blair soll durch Offshoregeschäfte Grunderwerbssteuer gespart haben. Seine Frau bestreitet die Vorwürfe.

Der ehemalige britische Premier Tony Blair soll durch Offshoregeschäfte Grunderwerbssteuer gespart haben. Seine Frau bestreitet die Vorwürfe.

Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt verstecken offenbar Geld in Steueroasen. Das geht aus Daten hervor, die mehr als 600 Journalistinnen und Journalisten auf der ganzen Welt über Monate hinweg ausgewertet haben. In Deutschland waren NDR, WDR und die „Süddeutsche Zeitung“ an den Recherchen beteiligt.

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330 Politiker und Amtsträger aus 91 Ländern, unter ihnen 35 amtierende und ehemalige Staats- und Regierungschefs, sowie weitere Privatpersonen sollen nach dem 11,9 Millionen Daten umfassenden Leak Offshore-Geschäfte getätigt haben, um ihren Besitz vor Öffentlichkeit und Steuerbehörden zu verstecken. Die geheimen Dokumente von 14 in Steueroasen tätigen Finanzdienstleistern reichen bis ins Jahr 2021.

Der wohl prominenteste Name in dem Datensatz mit dem Namen „Pandora Papers“ ist der des Premierministers von Tschechien, Andrej Babis. Er soll über ein Firmengeflecht ein 15 Millionen Euro teures Haus in Frankreich erworben haben. Pikant: Am Freitag und Samstag stehen in Tschechien Parlamentswahlen an. Die Enthüllung könnte zum Stolperstein für Babis werden. Er selbst wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern.

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Wie Putins Vertraute zu ihrem Reichtum kamen

Außer Babis tauchen auch die Namen der amtierenden Präsidenten der Ukraine, von Kenia und Ecuador in den „Pandora Papers“ auf. Der jordanische König soll über Steueroasen 14 Immobilien in Großbritannien und den USA erworben haben. Auch der ehemalige britische Premier Tony Blair und seine Frau haben laut der Datenanalyse 2017 eine 7,5 Millionen Euro teure Immobilie in London gekauft.

Es bestehe der Verdacht, dass die Blairs so 300.000 Euro Grunderwerbssteuer gespart hätten, heißt es in den Berichten, die international von 150 Medienorganisationen aus 117 Ländern recherchiert wurden. Cherie Blair bestreite die Beteiligung ihres Mannes an den Geschäften.

Die Dokumente verdeutlichen auch, wie zahlreiche Personen mit Wladimir Putins Aufstieg zum russischen Präsidenten zu Geld und Einfluss gelangt sind. Sie haben ihr Vermögen in Steueroasen angelegt und mithilfe undurchsichtiger Firmenkonstruktionen verschleiert. Putin bezeichnet das Offshore-System seit 2011 immer wieder als „unpatriotisch“, dennoch haben etliche seiner Vertrauten genau dort investiert, wie aus den Dokumenten hervorgehen soll.

Auch prominenten Sportler, Firmenvorstände und Schwerkriminelle tauchen in den Datensätzen auf. Bereits 2016 gab es mit den sogenannten „Panama Papers“ einen ähnlichen Leak, der Verschleierungsgeschäfte von Prominenten weltweit offenlegte.

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RND/fw

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