Newsletter „Klima-Check“

Ökowasserstoff für alle? Die Fallstricke des Habeck-Plans für die Industrie

Wie weit sind Wasserstoff-Fahrzeuge? Beim Aktionstag können sie getestet werden.

Wasserstoff im Tank – und überall sonst, wo bislang Erdgas verbraucht wird? Klingt gut, vervielfacht aber den Strombedarf in Europa.

Berlin. Liebe Leserinnen und Leser,

wer von Ihnen heute in den besten Jahren ist (oder diese bereits hinter sich hat), kann sich noch gut an die Zeit erinnern: Für die meisten galt vor zwanzig, dreißig Jahren Klimawandel noch als Bedrohung für künftige Generationen. Als Ursache für dystopische Zukunftsszenarien: Manhattan unter Wasser, Holland in Not und so weiter.

Inzwischen lassen sich nicht nur die Folgen des längst laufenden Klimawandels live und in Farbe beobachten. Mehr noch: Wer auch nur auf einige Jahrzehnte Lebensalter zurückblickt, kann die Erderwärmung in seiner eigenen Biografie nachzeichnen – bekanntlich werden Jahr für Jahr neue Wärme- und Trockenheitsrekorde gebrochen. Der Klimawandel ist selbst im Verlauf eines Lebens deutlich nachvollziehbar.

Neu: Der RND-Klimarechner

Mein Kollege Johannes Christ hat dieses Phänomen in einem interaktiven Tool für Sie besonders anschaulich gemacht: Mit dem RND-Klimarechner können Sie die Temperaturen an Ihren bisherigen Geburtstagen ermitteln und den Anstieg im Vergleich zu früheren Zeiten anzeigen lassen.

Geben Sie einfach hier Ihr Geburtsdatum ein und sehen Sie sich an, wie sich die Temperatur im Laufe Ihres Lebens erhöht hat.

 

Faktencheck der Woche

Auch in dieser Woche hat Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck aufhorchen lassen. Nach seinen Plänen zum Ausbau der erneuerbaren Energiequellen und zum Ausstieg aus russischem Erdgas und Erdöl hat er nun ein besonderes Maßnahmenpaket vorgestellt: einen „Arbeitsplan Energieeffizienz“. Motto: Die billigste und sauberste Energie ist immer noch die, die man gar nicht erst verbraucht hat.

Freilich sind auch für die Umstellung auf energiesparendes Leben und Wirtschaften Investitionen und große Weichenstellungen nötig – nicht zuletzt für die Industrie. Für sie sieht Habecks Plan die Umstellung von fossilen Energien auf grünen Wasserstoff vor.

Sachsen-Anhalt, Leuna: Ein Lkw wird mit flüssigem Wasserstoff der Linde AG im Chemiepark Leuna befüllt. An dem 1300 Hektar großen Chemiestandort sind bisher laut Betreibergesellschaft Infraleuna Öl und Gas die Energie- und Rohstoffbasis.

Sachsen-Anhalt, Leuna: Ein Lkw wird mit flüssigem Wasserstoff der Linde AG im Chemiepark Leuna befüllt. An dem 1300 Hektar großen Chemiestandort sind bisher laut Betreibergesellschaft Infraleuna Öl und Gas die Energie- und Rohstoffbasis.

Doch der Energieträger ist nicht nur in der Industrie heiß begehrt, seit sie so schnell wie möglich vom russischen Gas loskommen will. Auch andere Lebensbereiche setzen darauf, mit Ökowasserstoff vom Öl und Gas loszukommen.

Allerdings wird er nicht umsonst als „Champagner der Energiewende“ bezeichnet: Noch ist er extrem teuer. In unserem Faktencheck der Woche erläutert RND-Wirtschaftskorrespondent Frank-Thomas Wenzel, wie weit der Weg noch bis zum Einsatz von klimaneutralem H2 ist: Ist grüner Wasserstoff die Rettung?

Wie wichtig ist grüner Wasserstoff für unsere Versorgungssicherheit?

Durch den Ukraine-Krieg und die Debatte über russische Gaslieferungen ist das Interesse an Wasserstoff in jüngster Zeit massiv gestiegen. So heißt es im Mitte der Woche vorgelegten Arbeitsplan Energieeffizienz von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne): „In der Industrie ist ein regelrechter Nachfrageboom nach grünem Wasserstoff zu beobachten.“

Woher kommt die gestiegene Nachfrage?

Russisches Erdgas gilt in der Industrie als toxisch, da völlig unsicher ist, wie lange es noch nach Deutschland geliefert wird. Die Bundesregierung kalkuliert damit, dass Putin die Exporte von einem Tag auf den anderen einstellen könnte. Zudem hält auch die Diskussion über ein Gasembargo durch die EU an.

Welchen Folgen zeitigen die aktuellen Verwerfungen am Gasmarkt?

Die Preise im Großhandel sind durch die Decke gegangen. Am Freitag kostete die Megawattstunde Erdgas an den Energiebörsen für die Lieferung im Juni knapp 90 Euro. Vor einem Jahr waren es nur 18 Euro gewesen. Auch deshalb wird mit hoher Intensität nach Alternativen gesucht. Habeck will so schnell wie möglich den Import von verflüssigtem Erdgas anschieben – das soll unter anderem aus den USA und aus Katar kommen.

Long Way North: Das Wettrennen Wasserstoff gegen Elektroantrieb

Wasserstoff gegen Elektromotor – Toyota Mirai gegen Volvo C40: 2513 Kilometer müssen die Fahrzeuge von Köln bis Nordschweden zurücklegen.

Aber: Erdgas ist nur als Übergangslösung für etwa ein Jahrzehnt gedacht, um es dann durch grünen Wasserstoff zu ersetzen. Deshalb die Überlegung, gleich auf den klimaneutralen Ersatz als Brennstoff und Rohstoff zu setzen.

Was wird getan, um eine schnelle Umstellung zu bewerkstelligen?

Gerade erst wurde gleichzeitig eine Reihe von Initiativen gestartet. So haben die Regierungen von Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Dänemark einen massiven Ausbau der Stromerzeugung auf See beschlossen. Von 2030 an sollen sich in der Nordsee Offshore-Windräder mit einer Gesamtleistung von 65 Gigawatt drehen. Für 2050 sind 150 Gigawatt geplant – das entspricht in etwa der Leistung von 150 Atomreaktoren und würde eine Verzehnfachung der Kapazität im Vergleich zu heute bedeuten.

Die vier Länder wollen den Ausbau mit einer Kooperation zur Erzeugung von Wasserstoff koppeln. Dieser ist nur dann grün, wenn Ökostrom die Ausgangsenergie ist, die eingesetzt wird, um durch Elektrolyse Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff zu spalten.

Wie schnell lassen sich Projekte umsetzen?

Die EU-Kommission hat in ihrem in dieser Woche vorgelegten Repower-Plan, mit dem Unabhängigkeit von russischen Energieimporten erreicht werden soll, das Ziel definiert, dass im Jahr 2030 schon 20 Millionen Tonnen grüner Wasserstoff eingesetzt werden sollen.

Aktuell gibt es diesen nur in sehr geringen Mengen aus Pilotanlagen. Die 20 Millionen Tonnen entsprechen in etwa einem Sechstel des aktuell weltweit hergestellten konventionellen Wasserstoffs, der vorwiegend durch die Zerlegung von Erdgas gewonnen wird. Zehn Millionen Tonnen sollen importiert werden – Favoriten sind nordafrikanische Länder.

Was ist zum Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft notwendig?

Die Elektrolyse ist ein seit Jahrzehnten technisch bewährtes Verfahren. Es geht jetzt darum, großtechnische Anlagen zu errichten, die im industriellen Maßstab produzieren und damit den Wasserstoff billiger machen. Der Energiedachverband BDEW hat ein Paket mit 14 Maßnahmen vorgeschlagen, um bereits in fünf Jahren grünen Wasserstoff in namhaften Mengen zur Verfügung zu haben.

BDEW-Chefin Kerstin Andreae hat einen mutigen Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft gefordert. Eine künstliche Verknappung durch zu rigide Vorgaben sei nicht sinnvoll. Der BDEW fordert unter anderem schnellere Genehmigungsverfahren, einen zügigen Umbau der Gasnetze, die künftig H2 transportieren sollen, das Ausweisen von unteririschen Speichern und ein H2-Ready-Konzept. Letzteres bedeutet, Kriterien für vorgehend benötigte neue Gaskraftwerke zu entwickeln, die erlauben, die Anlagen auf Wasserstoff umzustellen. Und natürlich staatliche Förderung, um Nachfrage zu erzeugen.

Wie könnten solche Subventionen aussehen?

Sowohl die Bundesregierung als auch die EU-Kommission schlagen sogenannte Klimaschutzverträge vor. Eine Firma, die auf Öko-H2 umstellt, bekommt die Mehrkosten erstattet, die im Vergleich zum Einsatz von Erdgas entstehen.

Wo überall soll grüner Wasserstoff eingesetzt werden?

Generell gilt: Überall, wo Energie benötigt wird, kann Wasserstoff die Quelle sein. Die Debatte über die sinnvollen Einsatzgebiete läuft. Unbestritten ist: „Wasserstoff ist für die Dekarbonisierung der Industrie unverzichtbar“, so hat es die Denkfabrik Agora Energiewende formuliert.

Wie teuer ist eigentlich grüner Wasserstoff?

Die Agora-Experten gehen davon aus, dass im Jahr 2030 ein Durchschnittspreis von etwas mehr als 100 Euro pro Megawattstunde erreicht werden kann. Das liegt nur knapp über dem aktuellen Erdgaspreis. Allerdings gehen Expertinnen und Experten davon aus, dass fossiles Methan demnächst wieder deutlich billiger wird: An den Börsen kostet es zur Lieferung Ende 2025 derzeit rund 40 Euro pro Megawattstunde. Das zeigt, wie notwendig die Subventionierung von erneuerbarem Wasserstoff wird.

Wer braucht die grünen Moleküle besonders dringend?

An erster Stelle stehen die Stahlkocher. Die beiden großen Erzeugern Thyssenkrupp und Salzgitter müssen 2025/26 weitreichende Investitionsentscheidungen treffen, die die Weichen für die nächsten Jahrzehnte stellen. Komplett CO₂-freie Stahlproduktion ist nur mit grünem Wasserstoff möglich, er soll Kokskohle beim Reduktionsprozess im Hochofen ersetzen. „Hier ist dringend ein klares Signal nötig, dass die Politik in diese Richtung geht“, sagt eine Branchenkennerin. Ansonsten stehe die Stahlproduktion in Deutschland zur Disposition.

Welche weiteren Einsatzgebiete sind geplant?

Enorm wichtig ist auch für die Chemieindustrie, fossiles Methan durch grünes H2 zu ersetzen. Der Grund: Das Gas wird einerseits als Rohstoff benötigt, etwa um Dünger und zahlreiche andere Chemikalien zu erzeugen. Hinzu kommt, dass zur Herstellung vieler Produkte Gas als Brennstoff eingesetzt wird. Um die hiesige Chemieindustrie komplett auf grünen Wasserstoff umzustellen, würde eine Strommenge benötigt, die ungefähr dem heutigen Gesamtverbrauch an elektrischer Energie in Deutschland entspricht.

Niedersachsen, Stade: Blick auf die Anlage von Dow. Die Fläche vor dem Industriepark Stade ist Teil der zukünftigen Hafenerweiterung für das geplante Importterminal für Flüssigerdgas. Die Terminals sollen langfristig auf Wasserstoff umgestellt werden.

Niedersachsen, Stade: Blick auf die Anlage von Dow. Die Fläche vor dem Industriepark Stade ist Teil der zukünftigen Hafenerweiterung für das geplante Importterminal für Flüssigerdgas. Die Terminals sollen langfristig auf Wasserstoff umgestellt werden.

Gibt es auch Anwendungen bei der Stromerzeugung?

Unumstritten ist, dass grüner Wasserstoff in einigen Jahren benötigt wird, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Für den Fall, dass keine Sonne scheint und kein Wind weht, wird er gebraucht, um Strom in umgebauten Gaskraftwerken zu erzeugen.

Wie sieht es mit dem Verkehrsbereich aus?

Hier gehen die Einschätzungen weit auseinander. Unter anderem die FDP setzt sich für E-Fuels auch für Pkw ein. Das sind synthetische Kraftstoffe, die mittels grünem H2 erzeugt werden. Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weisen dies zurück mit dem Hinweis, dass für dessen Herstellung bis zu achtmal mehr Strom wie für den direkten Elektroantrieb von Autos benötigt werde. Agora Energiewende hält lediglich im Flug- und Schiffsverkehr auf der Langstrecke den Einsatz von E-Fuels für vertretbar, weil es in beiden Bereichen keine Alternative gebe.

Und wie steht es ums Heizen?

Auch im Gebäudesektor sieht die Denkfabrik sinnvolle Anwendungen lediglich zum Abdecken des Restbedarfs bei der Fernwärme. Die Expertinnen und Experten rechnen vor: Wärmepumpen, die direkt mit grünen Strom betrieben werden, sind etwa doppelt zu effizient wie Aggregate, die mit Strom laufen, der aus einem modernen Kraftwerk kommt, das Strom mit grünem Wasserstoff erzeugt. Wie beim Kraftstoff ist der Grund dafür der Energieverlust durch die verschiedenen Umwandlungsprozesse.

 

Infografik der Woche

Unsere Infografik der Woche, die ebenfalls von Johannes Christ stammt, veranschaulicht den massiven Ökostrombedarf, der mit der Umstellung auf grünen Wasserstoff einhergeht – vorausgesetzt, man verzichtet so weitgehend auf fossile Energien, wie es zum Erreichen der Klimaziele in Europa nötig ist.

Das Heikle daran: Die Erzeugung von grünem Wasserstoff verbraucht sehr viel Strom, parallel müssen aber die bisherigen CO₂-Schleudern Verkehr, Wohnen und Industrie auf Ökostrom umgestellt werden.

Die Grafik zeigt: Wenn der gesamte geschätzte Wasserstoffbedarf der EU ausschließlich mit Solar- und Windenergie gedeckt werden soll, muss die Stromerzeugung aus diesen Quellen bis 2050 im Vergleich zu 2020 um das Achtfache zunehmen. Über die Hälfte dieser Elektrizität wäre direkt für die Wasserstoffproduktion bestimmt.

 

Verbrauchertipp der Woche

Mittel gegen Motten: „Öko-Test“ rät von Gift ab – das sind die Alternativen: Wenn sie aus dem Schrank flattern, ist es meist schon zu spät: Kleidermotten sind ein hartnäckiger Gegner. „Öko-Test“ hat gängige Schädlingsprodukte und ihre Risiken bewertet. Was bei Mottenbefall zu tun ist – und wie er sich besser verhindern lässt, lesen Sie hier. Die wichtigsten Tipps:

Löcher in der Kleidung? Ist der Schrank einmal von Motten befallen, bekommt man die Schädlinge nur noch schwer wieder los.

Löcher in der Kleidung? Ist der Schrank einmal von Motten befallen, bekommt man die Schädlinge nur noch schwer wieder los.

  • Die Mottenbekämpfungsmittel in Form von Papieren oder Gelbeuteln geben Gifte ab, die sich auf Oberflächen ablagern. Was die Motten tötet, kann laut der Zeitschrift „Öko-Test“ das Nervensystem von Mensch und Haustieren angreifen. Es drohen Kopfschmerzen, Augenreizungen oder sogar depressive Verstimmungen.
  • Klebefallen sind keine Gefahr für Mensch und Haustier. Aber man fängt nicht alle Motten damit.
  • „Repellentien“, eine Alternative zum Vertreiben der Motten in Form von Textilsprays, Säckchen oder anderen Spendern geben Duftstoffe etwa aus Lavendel- und Margosa-Öl des Neembaumes ab. Laut „Öko-Test“ ist die Wirksamkeitsstudien aber nur mittelmäßig.
  • Hausmittel wie selbst gemachte Säckchen mit Lavendelblüten oder ausgelegtes Zedernholz vertreiben weder die Insekten vollständig noch schützen sie die Kleidung vor deren Befall. Aber sie helfen, den Motten das Leben schwer zu machen – ganz ohne Gift.
  • Expertentipp: Kleidung nur gereinigt in die Schränke zu legen. Schweiß und Hautschuppen können die Schädlinge anlocken. Selten benutzte Kleidungsstücke sollte man regelmäßig ausklopfen und auslüften, am besten reinigen und gut verschlossen verpacken.
 

Der RND-Klima-Podcast – neue Folge:

Wie senkt der Gebäudesektor seine CO₂-Emissionen? Vom Baugrund bis zum Dachstuhl: Wir gehen in dieser Folge Schritt für Schritt durch, was es für ein klimafreundliches Haus braucht. Annette Hillebrandt ist Architektin und Professorin für Baukonstruktion, Entwurf und Materialkunde an der Uni Wuppertal. Sie verrät, warum die (Umwelt-)Kosten beim Neubau so hoch sind, wie kreislauffähiges Bauen gelingt und was Urban Mining ist. Und warum das Gebot der Stunde lautet: „Zurück in die Zukunft“.

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Bild der Woche

Kaum ein Tag vergeht derzeit ohne Schlagzeilen über die umstrittene
Klimaaktivistengruppe Letzte Generation: Mal manipulieren sie Erdgaspipelines in ostdeutsche Raffinerien, weil sie für einen Sofortausstieg aus fossilen Energien sind, mal besetzen sie tagelang einen Hörsaal der Uni Leipzig, um eine „Lebensgarantie“ von Wirtschaftsminister Habeck zu erzwingen. Auch zu Hungerstreiks und immer wieder zu Straßenblockaden greifen die überwiegend jungen Aktivistinnen und Aktivisten. Mit manchen ihrer Aktionen machen sie sich strafbar, manchmal wirbt aber auch Vizekanzler Habeck um Verständnis für ihre Ängste. Dieses Foto aus dieser Wochen zeigt eine Aktion in Sachsens Landeshauptstadt Dresden: Dort hatten sie sich auf der Fahrbahn festgeklebt und mussten von der Polizei gelöst werden. Auch hier forderten die Protestlerinnen und Protestler von Habeck, auf weitere fossile Energie zu verzichten.

Kaum ein Tag vergeht derzeit ohne Schlagzeilen über die umstrittene Klimaaktivistengruppe Letzte Generation: Mal manipulieren sie Erdgaspipelines in ostdeutsche Raffinerien, weil sie für einen Sofortausstieg aus fossilen Energien sind, mal besetzen sie tagelang einen Hörsaal der Uni Leipzig, um eine „Lebensgarantie“ von Wirtschaftsminister Habeck zu erzwingen. Auch zu Hungerstreiks und immer wieder zu Straßenblockaden greifen die überwiegend jungen Aktivistinnen und Aktivisten. Mit manchen ihrer Aktionen machen sie sich strafbar, manchmal wirbt aber auch Vizekanzler Habeck um Verständnis für ihre Ängste. Dieses Foto aus dieser Wochen zeigt eine Aktion in Sachsens Landeshauptstadt Dresden: Dort hatten sie sich auf der Fahrbahn festgeklebt und mussten von der Polizei gelöst werden. Auch hier forderten die Protestlerinnen und Protestler von Habeck, auf weitere fossile Energie zu verzichten.

 

Termine der Woche

Samstag, 21. Mai, Oldenburg: Verschiedene Umwelt- und Klimaschutzinitiativen demonstrieren für eine Verkehrswende und gegen den Bau der Küstenautobahn A 20.

Samstag, 21. Mai, Berlin: Abschluss der Treffen der G7-Minister für Klima, Energie und Umwelt. Am Nachmittag soll die Abschlusserklärung veröffentlicht werden. Für Deutschland nehmen die grünen Bundesminister Robert Habeck (Wirtschaft und Klimaschutz) und Steffi Lemke (Umwelt und Verbraucherschutz) teil.

Montag, 23. Mai, Berlin, 9 Uhr: Beginn des zweitägigen Think7-Gipfels, der 70 Politikempfehlungen von jungen Menschen an die G7 erarbeiten will. Teilnehmende sind unter anderem Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt (SPD) und Rebeca Grynspan, Generalsekretärin der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung. Es soll um Klima und Umwelt, nachhaltige wirtschaftliche Erholung und wirtschaftliche Transformation sowie globale Gesundheit und sozialen Zusammenhalt gehen. Das erarbeitete Think7-Communiqué wird am 25. Mai Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) übergeben.

Mittwoch, 25. Mai 2022, Wiesbaden, 13 Uhr: Grundsteinlegung für die klimapositive Immobilie „Platinum“. Das Gebäude soll als Holzhybridgebäude höchsten ökologischen Standards genügen. Dabei greift der Objektentwickler auf neue Verfahren wie einen Eisenergiespeicher zurück.

Donnerstag, 26. Mai 2022, Berlin: Start des viertägigen Festivals „Comedy for Future“ (C4FF). Mit zehn Shows und 50 Comedians soll ein kabarettistischer Beitrag zum Kampf gegen die Klimakatastrophe geleistet werden. Mit dabei sind unter anderem Eckart von Hirschhausen, Olaf Schubert, Atze Schröder und Gerburg Jahnke.

 

Wie Sie beim Blick auf den letztgenannten Termin sehen, kann Einsatz für den Klimaschutz auch lustig sein – so ernst das Thema auch ist.

Sicher ist nur eins: Leugnen lässt sich der Handlungsbedarf nicht mehr – so wie noch vor 30 Jahren. Und die Geschäftigkeit dabei ist, wie man sieht, allerorten groß.

Wir halten Sie darüber auf dem Laufenden.

Falls Sie Anregungen oder Kritik haben, melden Sie sich gern direkt bei unserem Redaktionsteam: klima@rnd.de Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

Nachhaltige Grüße bis nächste Woche

Steven Geyer und Frank-Thomas Wenzel

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