Niederlande stoppt Abschiebungen nach Afghanistan

In den Niederlanden wird es vorerst keine Abschiebungen mehr nach Afghanistan geben. Deutschland bewertet derzeit die Sicherheitslage im Land (Symbolfoto).

In den Niederlanden wird es vorerst keine Abschiebungen mehr nach Afghanistan geben. Deutschland bewertet derzeit die Sicherheitslage im Land (Symbolfoto).

Den Haag. Die Niederlande werden in den kommenden sechs Monaten keine abgewiesenen Asylbewerber mehr nach Afghanistan abschieben. Durch den Vormarsch der Taliban in dem Land habe sich die Lage deutlich verschlechtert, teilte die zuständige Staatssekretärin im Justizministerium, Ankie Broekers-Knol, am Mittwoch in Den Haag dem Parlament mit. Auch würden in den nächsten zwölf Monaten keine weiteren Entscheidungen über Abschiebungen gefällt.

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Das Außenministerium bewerte die Sicherheitslage neu, teilte die Staatssekretärin mit. Danach solle dann eine endgültige Entscheidung über Abschiebungen getroffen werden. Nach dem Abzug der amerikanischen Truppen haben die Taliban zahlreiche Provinzstädte eingenommen.

Noch in der vergangenen Woche hatte die Regierung die Behörden in Afghanistan dazu gedrängt, weiterhin abgeschobene Asylsuchende aufzunehmen. Abgeordnete von drei Koalitionsparteien sowie Flüchtlingsorganisationen hatten das scharf kritisiert und einen Abschiebestopp verlangt.

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Auch Deutschland stoppt Abschiebungen

Auch die deutsche Bundesregierung hat kurz nach den Niederlanden einen Abschiebestopp nach Afghanistan erklärt.

Zuletzt hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer in einem Brief an die EU-Kommission zusammen mit seinen Amtskollegen aus Österreich, Dänemark, den Niederlanden, Belgien und Griechenland davor gewarnt, die Abschiebungen auszusetzen. Das würde „das falsche Signal senden und wahrscheinlich noch mehr Afghanen motivieren, ihre Heimat in Richtung EU zu verlassen”, heißt es in dem Schreiben.

Seit 2016 wurden mehr als 1000 Migranten nach Afghanistan zurückgebracht, überwiegend Straftäter. Am Dienstag hatten auch die EU-Botschafter in Afghanistan von Abschiebungen in das Krisenland abgeraten.

RND/dpa

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