Neue Kriminalitätszahlen: Die Gewalt ist männlich

Die Gewalt gegen Frauen durch Partner oder Ex-Partner hat laut der Statistik des Bundeskriminalamts zugenommen.

Die Gewalt gegen Frauen durch Partner oder Ex-Partner hat laut der Statistik des Bundeskriminalamts zugenommen.

Die Volksseele kocht verlässlich, wenn ein Fall von Gewalt gegen eine Frau, womöglich ein Mord, die Schlagzeilen bestimmt. Und das zu Recht: Selbst hinter den kleinsten Meldungen stehen Tragödien, die Opfer und Angehörige für immer belasten. Jede dieser Taten ist eine zu viel.

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Leider nimmt diesen Satz niemand ernst. Er ist eine Plattitüde. So groß die Aufregung um erschreckende Einzelfälle ist, so desinteressiert reagieren wir auf die ebenso schockierende Alltäglichkeit der Gewalt. Denn de facto geht die größere Gefahr für eine Frau nicht von unbekannten Fremden aus – sondern vom Partner oder Ex‑Partner. Das zeigen die neuesten Zahlen der Behörden: Tendenz steigend.

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Doch dagegen vorzugehen sind wir nicht bereit. Wie sonst wäre es möglich, dass noch immer alle drei Tage eine Frau von ihrem Mann, Freund oder Ex umgebracht wird? Dass bundesweit in nur einer Stunde durchschnittlich 13 Frauen Gewalt durch den Partner erleben? Dass rein statistisch jeder von uns mindestens eine Frau kennt, die schon einmal vom Partner geschlagen wurde – aber die wenigsten von uns schon einmal eingeschritten sind?

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Gewalt spielt sich im Privaten ab

Der erste Teil der Antwort macht es nur schlimmer: Die Gewalt spielt sich daheim ab, im Privaten, also Verborgenen. Ausgerechnet, wo man geborgen sein sollte – und wo es kaum jemand merkt. Das heißt zugleich: Die wahre Zahl ist vielfach höher.

Und der zweite Grund? Macht es noch einmal schlimmer: Allzu oft schweigen Opfer, fliehen nicht, suchen keine Hilfe. Weil auch in unserer aufgeklärten, modernen Gesellschaft das Thema mit Scham behaftet ist – für das Opfer. Weil „männliches“ Verhalten noch zu oft aggressives Verhalten meint, sei es verbal oder sozial. Weil Frauen wegen wirtschaftlicher Abhängigkeit noch zu oft die Flucht scheuen. Und weil die Täter sich zu oft darauf verlassen können, dass Ohren- oder Augenzeugen wegsehen, sich dumm stellen oder einfach nicht achtsam genug sind.

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