Russlands Nachbar

Nato-Beitritt: Finnland will sich gegen „verschiedene Bedrohungen“ wappnen

Der finnische Außenminister Pekka Haavisto

Der finnische Außenminister Pekka Haavisto

Washington. Ein Beitritt zum Verteidigungsbündnis Nato würde Finnland nach Ansicht von Außenminister Pekka Haavisto helfen, vor allem mit Blick auf Russland „verschiedenen Bedrohungen“ zu begegnen. Finnland habe ein „ziemlich starkes konventionelles Militär“, aber mit dem massiven russischen Einmarsch in die Ukraine habe eine Ära begonnen, in der auch neue Bedrohungen zum Vorschein kämen, sagte der Minister am Donnerstag dem TV-Sender CNN. „Durch eine engere Zusammenarbeit mit der Nato können wir all diesen unterschiedlichen Bedrohungen begegnen“, sagte er.

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Der Angriffskrieg in der Ukraine zeige, dass Russland gewillt sei, in seiner Nachbarschaft höhere Risiken einzugehen, sagte der Minister. Zudem gebe es - obgleich dies eher Spekulation sei - auch die Bedrohung durch „einen möglichen Einsatz von Atom- oder sogar chemischen Waffen“. All dies habe natürlich Auswirkungen auf die Sicherheit Finnlands, sagte Haavisto.

Inzwischen unterstütze eine Mehrheit der Bevölkerung einen Nato-Beitritt. In den kommenden Wochen werde sich das Parlament daher damit befassen. Falls es dann eine Mehrheit für einen Beitritt geben sollte, stünde noch die Zustimmung der 30 aktuellen Nato-Mitglieder aus, erklärte er.

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Finnland grenzt auf über 1300 Kilometern Länge an Russland, die beiden Länder verbindet zudem eine jahrhundertelange Geschichte. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat in dem nordischen Land wie auch im benachbarten Schweden eine Debatte über einen möglichen Nato-Beitritt neu entfacht.

Bislang sind beide Länder enge Partner des Bündnisses, aber keine Mitglieder. Für Mitglieder des Bündnisses gilt im Angriffsfall eine Beistandspflicht - das heißt ein Angriff auf ein Mitgliedsland ist ein Angriff auf alle Staaten. Russland hat Finnland und Schweden mehrmals vor einem Nato-Beitritt gewarnt.

Die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin hatte am Mittwoch erklärt, sie rechne damit, dass ein Entschluss zum Nato-Beitritt „innerhalb von Wochen, nicht innerhalb von Monaten“ stehen werde.

RND/dpa

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