Mann soll aus Ukraine stammen

Mordfall Dugina: Russischer Geheimdienst benennt weiteren Tatverdächtigen

Polizisten untersuchen den Tatort nach dem Mord an Darja Dugina (Archivbild).

Polizisten untersuchen den Tatort nach dem Mord an Darja Dugina (Archivbild).

Moskau. Der russische Inlandsgeheimdienst hat eine zweite verdächtige Person für den tödlichen Autobombenanschlag auf die Tochter des nationalistischen Ideologen Alexander Dugin benannt. Der FSB teilte mit, der ukrainische Staatsangehörige Bogdan Z. habe dabei geholfen, die Tötung von Darja Dugina vorzubereiten. Z. habe der Hauptverdächtigen Natalja W. gefälschte Papiere und Nummernschilder besorgt und ihr dabei geholfen, einen Sprengsatz zusammenzubauen, der an Duginas Auto angebracht worden sei.

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Der 44-Jährige Z. sei über Estland am 30. Juli nach Russland eingereist und habe das Land am Tag vor dem Anschlag verlassen, teilte der FSB mit. Dugina, die unter anderem als Kommentatorin für einen nationalistischen russischen TV-Sender gearbeitet hatte, starb, als ein ferngezündeter Sprengsatz das Auto, das sie in der Nacht vom 20. auf den 21. August nach dem Besuch eines nationalistischen Festivals bei Moskau fuhr, in Stücke riss, wie die Behörden mitteilten.

Dugina unterstütze Putin

Sowohl sie als auch ihr Vater hatten die Entscheidung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Truppen in die Ukraine zu entsenden, vehement unterstützt. Der FSB hatte erklärt, die Tötung Duginas sei von ukrainischen Geheimdiensten „vorbereitet und begangen“ worden. Ausgeführt habe die Tat die ebenfalls ukrainische Staatsbürgerin W., die anschließend nach Estland geflohen sei.

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Nach Angaben des FSB traf W. im Juli mit ihrer zwölfjährigen Tochter in Russland ein und mietete eine Wohnung in dem Gebäude, in dem Dugina lebte, um sie zu beschatten. Der Geheimdienst behauptete, W. und ihre Tochter seien bei dem nationalistischen Festival gewesen, an dem Dugina gemeinsam mit ihrem Vater vor ihrer Tötung teilnahm.

Der FSB erklärte, W. habe ein Kennzeichen aus der von Russland unterstützten, selbsternannten Volksrepublik Donezk im Osten der Ukraine genutzt, um in Russland einzureisen. Bei der Ausreise habe sie in Moskau ein Kennzeichen Kasachstans verwendet und dieses vor der Einreise nach Estland gegen ein ukrainisches umgetauscht. Der Geheimdienst veröffentlichte Videoaufnahmen, die W. beim Autofahren in Moskau und am Eingang des Moskauer Apartment-Gebäudes zeigen sollen.

Russland macht Ukraine für Anschlag auf Dugina verantwortlich

Der Anschlag sei von ukrainischen Geheimdiensten ausgeführt worden, erklärte der Inlandsgeheimdienst FSB russischen Nachrichtenagenturen zufolge.

Der FSB attestierte am Montag, Z. habe W. ein kasachisches Kennzeichen und kasachische Ausweisdokumente gegeben, die zu einer realen Person namens Julia Z. gehörten. Angaben dazu, wie W. in den Besitz weiterer Kennzeichen gelangt sein soll und ob es sich bei diesen um Fälschungen gehandelt haben soll, machte der Geheimdienst nicht.

Kiew hat jede Beteiligung an der Tötung Duginas mit Nachdruck abgestritten. Estnische Behörden haben erklärt, sie hätten keinerlei formelle Anfragen aus Russland W. betreffend erhalten.

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RND/dpa

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