Kommentar

Kompromiss mit Russland für ukrainischen Getreideexport? Schön wär’s

Ein Landwirt in der Region Donezk zeigt sein Getreide. Durch den Krieg ist der wichtigste Exportweg über das Schwarze Meer blockiert.

Ein Landwirt in der Region Donezk zeigt sein Getreide. Durch den Krieg ist der wichtigste Exportweg über das Schwarze Meer blockiert.

Berlin. Es klingt wie eine gute Nachricht, nach einer positiven Wendung nach so vielen Wochen des Kriegs und des Schreckens: Die Ukraine und Russland, so heißt es, machen Fortschritte in den Verhandlungen um die Öffnung der blockierten Schwarzmeerhäfen. Es wäre kein Ende des Kriegs, aber zumindest an anderen Stellen der Welt würde sich die Lage stabilisieren. Abermillionen Tonnen Getreide warten in den Häfen auf den Export. In vielen Ländern ist die Rechnung sehr einfach: Weniger Weizen bedeutet mehr Hungernde.

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Die Zuversicht der UN

Von der Ukraine kommen optimistische Signale, Russland hat nicht widersprochen. Das Vermittlungsland Türkei kündigt für kommende Woche ein Abkommen an. Die Vereinten Nationen haben ihre Zurückhaltung aufgegeben und geben sich zuversichtlich. Wie gerne würde man da einstimmen. Endlich würde sich mal etwas zum Besseren wenden.

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Aber für allzu großen Optimismus gibt es keinen Anlass. Russland hat sich bislang nicht als verlässlicher Verhandlungspartner erwiesen. Es hat vor allem ein Interesse daran, nicht zu offensichtlich als Blockierer dazustehen. Schließlich passt das nicht zu seiner Propagandastrategie, den Alliierten der Ukraine die Schuld für die Hungerkrise in der Welt in die Schuhe zu schieben. Noch ist nichts unterschrieben, und Kompromissbereitschaft lässt sich auch vortäuschen.

Ukraine und Russland erzielen offenbar Einigung über Getreideexporte

In ukrainischen Häfen stecken wegen des Krieges Schätzungen zufolge etwa 20 Millionen Tonnen Getreide fest.

Und es braucht ja nicht nur die Bereitschaft der Ukraine und Russlands zu gemeinsamen Kontrollen, sondern auch die Absicherung des Hafens und der Transporte. Da käme die internationale Gemeinschaft ins Spiel, die bislang so sorgfältig darauf geachtet hat, nur aus der Ferne zu agieren, um nicht Kriegspartei zu werden.

Es sind sehr viele Unwägbarkeiten. Deshalb ist es sinnvoll, weiter auf allen Ebenen alternative Transportwege zu suchen, rumänische Häfen auszubauen und Bahnstrecken umzurüsten. Auf die ukrainischen Häfen wird man erst dann wieder wirklich setzen können, wenn der Krieg vorbei ist.

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