Forderung nach „offener Debatte"

Lindner und Merz befürworten längere Atomlaufzeiten

CDU-Chef Friedrich Merz (links), und Bundesfinanzminister Christian Lindner (Archivbild)

Berlin. Finanzminister Christian Lindner hat eine „offene Debatte“ über längere Laufzeiten der drei noch verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland gefordert. Der FDP-Chef sagte am Dienstag beim Tag der Industrie in Berlin: „Gegenwärtig haben wir noch drei laufende, funktionierende Kernkraftwerke.“

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Es gehe nicht um einen Winter, der überbrückt werden müsse, sondern um drei bis fünf Jahre der Sicherung der Energieversorgung in Deutschland und der Knappheit beim Gas. Noch so viele LNG-Terminals, selbst wenn sie schnell gebaut würden, würden diese Knappheit nicht beseitigen.

„Deshalb bin ich für eine offene, unideologische Debatte darüber, ob wir übergangsweise auch die Nuklearkapazitäten in unserem Land erhalten“, sagte Lindner. „Es geht jetzt in einer Notsituation nicht darum, Reißbrettpläne zu machen. In einer Notsituation geht es darum, physikalisch zu jeder Zeit und an jeder Stelle unsere Energieversorgung zu sichern.“

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Merz: Technisch möglich

Auch CDU-Chef Friedrich Merz sprach sich am Tag der Industrie ebenfalls für längere Laufzeiten der drei noch verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland aus. Dies sei technisch möglich und juristisch vertretbar, sagte Merz. Es sollte möglich sein, die drei Atomkraftwerke länger laufen zu lassen, um Deutschland ausreichend mit Energie zu versorgen. Die Atommeiler sollen eigentlich Ende 2022 vom Netz gehen.

Merz sprach sich außerdem dafür aus, viel mehr auf die Technik einer Abscheidung und -Speicherung von CO2 zu setzen. Kritiker halten diesen Ansatz für riskant. Laut Umweltbundesamt etwa kann es bei einer Speicherung von Kohlendioxid im Untergrund im Falle von Leckagen zu schädlichen Wirkungen auf das Grundwasser und den Boden kommen.

Habeck warnte vor Risiken

Wirtschaftsminister Robert Habeck und Umweltministerin Steffi Lemke (beide Grüne) hatten von längeren Laufzeiten der Atomkraftwerke abgeraten, die Ende 2022 vom Netz gehen sollen. „Einem kleinen Beitrag zur Energieversorgung stünden große wirtschaftliche, rechtliche und sicherheitstechnische Risiken entgegen“, hieß es in einem gemeinsamen Prüfvermerk der beiden Häuser.

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Russlands Drosselung der Gaslieferungen durch die Ostseepipeline Nord Stream hatte die Debatte um eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke in Deutschland neu entfacht.

RND/dpa

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