Meuthen: „Wenn sie glauben, jetzt seien sie mich los, irren sie“

Der langjährige AfD-Co-Vorsitzende will trotz seines Rückzugs aus dem Parteivorstand weiterhin Einfluss auf den Kurs seiner Partei ausüben.

Der langjährige AfD-Co-Vorsitzende will trotz seines Rückzugs aus dem Parteivorstand weiterhin Einfluss auf den Kurs seiner Partei ausüben.

Berlin. Der langjährige AfD-Chef Jörg Meuthen will seinen innerparteilichen Gegnern auch nach seinem Rückzug von der Parteispitze Paroli bieten. „Ich weiß natürlich, dass viele derjenigen, die sich heute nicht bei mir gemeldet haben, sich insgeheim freuen“, sagte er in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit dem Nachrichtenportal „t-online“. „Doch deren Freude wird nicht von Dauer sein. Denn wenn sie glauben, jetzt seien sie mich los, irren sie. Die werden sehr schnell merken, dass ich nicht weg bin. Das ist kein Rückzug.“

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Meuthen sagte, er könne seine politische Arbeit auch fortsetzen, wenn er sich etwas zurücknehme. „Ich brauche kein Bundessprecheramt, um auf den Kurs der Partei Einfluss zu nehmen. Es ist wie beim Schachspiel: Wer nur angreift, verliert.“ Seine Stimme werde hörbar bleiben. „Ist doch klar, dass ich mich nach so vielen Jahren weiterhin dafür stark mache, welche Richtung wir einschlagen.“

„Wer auch immer gegen mich angetreten wäre, den oder die hätte ich besiegt.“

Meuthen sagte weiter, er gehe davon aus, dass er auf dem Parteitag im Dezember auch wieder eine Mehrheit bekommen hätte. „Wer auch immer gegen mich angetreten wäre, den oder die hätte ich besiegt.“

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Meuthen hatte am Montag seinen Rückzug von der Parteispitze verkündet. Er wolle bei der turnusmäßig anstehenden Neuwahl des Parteivorstandes im Dezember nicht mehr als Vorsitzender kandidieren, schrieb der 60-Jährige in einem Rundschreiben an die AfD-Mitglieder. Meuthen hat in den vergangenen zwei Jahren für einen gemäßigteren Kurs der AfD plädiert. Damit hat er sich Feinde im rechten Flügel der Partei gemacht.

Meuthen schießt im Interview gegen Björn Höcke

Besonders störe ihn die öffentliche Beachtung des AfD-Landesvorsitzenden von Thüringen, Björn Höcke: „Von Medien wird ihm ein Gewicht beigemessen, das er de facto gar nicht hat. Er traut sich seit Jahren nicht aus seiner Thüringer Trutzburg“, sagte Meuthen t-online. Auch gehe er weiter nicht davon aus, dass Höcke im Dezember für den Posten als Bundessprecher kandidieren wird. Im Umgang mit dem extrem rechten „Flügel“ der Partei habe Meuthen zu spät erkannt, dass die Gruppe die gesamte Partei kontrollieren wolle.

Erstmals habe er das auf dem Jahrestreffen des Flügels 2018 gespürt: „Wenn ein Berliner Landespolitiker sich vor Höcke verneigt, um eine Ehrennadel angesteckt zu bekommen, dann ist das eine Art von Führerkult, die nichts mit einer freiheitlich-demokratischen Partei zu tun hat.“ Daher habe er mit dem Flügel zunehmend die Konfrontation gesucht: „Ich habe das zu spät gesehen, zu diesem Fehler muss ich stehen. Anders als bei Gauland heißt mein Ansatz daher längst nicht mehr: ‚Einigkeit um jeden Preis.‘ "

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RND/dpa

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