Merkel sucht Alternativen zu den USA

Die Kanzlerin lässt ihren Charme spielen: Schottet sich die USA ab, dann müssen eben andere Handelspartner her, wie zum Beispiel Uruguay.

Die Kanzlerin lässt ihren Charme spielen: Schottet sich die USA ab, dann müssen eben andere Handelspartner her, wie zum Beispiel Uruguay.

Berlin. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich angesichts der US-Abschottungspläne für rasche weitere EU-Verhandlungen zum Abbau von Handelsschranken mit anderen Ländern und Weltregionen stark gemacht.

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Merkel möchte andere Handelsabkommen schnell verhandeln

Die EU werde, „wenn wir jetzt im Blick auf die Vereinigten Staaten von Amerika vielleicht nicht oder langsamer – das müssen wir ja jetzt erstmal sehen – vorankommen, dann auch andere Handelsabkommen natürlich weiter schnell verhandeln“, sagte Merkel am Mittwoch nach einem Gespräch mit Uruguays Präsident Tabaré Vásquez in Berlin. Sie hoffe auf Fortschritte bei den Verhandlungen der EU über ein Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Ländern.

Der 1991 gegründete „Gemeinsame Markt des Südens“ (Mercosur) ist ein südamerikanischer Wirtschaftsverbund. Die EU ist nach Angaben der EU-Kommission für den Mercosur der wichtigste Handelspartner.

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Merkel erwähnte im Zusammenhang mit dem Rückzug der USA aus dem transpazifischen Handelsabkommen TPP auch die Verhandlungen der EU mit Japan, Indien und Australien. „Das sind alles Bereiche, in denen wir uns jetzt konzentrieren können“, sagte sie. Das Thema Freihandel werde auch im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft Thema sein, „und dann werden wir auch klarer sehen können, wo die Prioritäten der neuen amerikanischen Administration liegen“.

Verhandlungen mit Südamerika sollen im März beginnen

Bei der im März anstehenden nächsten Verhandlungsrunde zwischen der EU und der Mercosur-Gruppe werde der Agrarbereich von besonderer Sensibilität sein, sagte Merkel. Uruguay sei in hier ein sehr gutes Beispiel, weil das Land sich der Bioökonomie und der nachhaltigen Landwirtschaft verpflichtet fühle. Es seien faire Lösungen notwendig, „die beiden Seiten Luft zum Atmen geben“.

Vásquez betonte, sein Land stehe schon historisch für den Abbau von Handelsschranken, die Förderung einer ausgewogenen Handelsarchitektur und habe sich als Lieferant gesunder und sicherer Lebensmittel positioniert. Kritisch äußerte er sich zur Politik von US-Präsident Donald Trump. Uruguay sei Einwanderungsland.

„Wir können das Drama vieler Einwanderer in der Welt verstehen. Wir sind nicht einverstanden mit dem Bau von Mauern. Wir wollen den Bau von Brücken zwischen den Nationen“, sagte Vásquez. Uruguay sei gegen die Diskriminierung bestimmter Gruppen aufgrund ethnischer oder religiöser Gründe. „Deshalb sind wir sehr besorgt in Bezug auf einige Verhaltensweisen der USA und ihres Präsidenten.“

Von RND/dpa

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