Meilenstein für den Klimaschutz: Bund und Länder unterstützen Moorrenaturierung

Demonstrierende stehen als Menschenkette aneinandergereiht in einem Moor in Niedersachsen und protestieren damit gegen den Ausbau der Küstenautobahn A20 (Luftaufnahme mit einer Drohne).

Demonstrierende stehen als Menschenkette aneinandergereiht in einem Moor in Niedersachsen und protestieren damit gegen den Ausbau der Küstenautobahn A20 (Luftaufnahme mit einer Drohne).

Berlin. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) heben anlässlich der Unterzeichnung einer Bund-Länder-Vereinbarung zum Moorschutz am Mittwoch die Bedeutung der Maßnahmen für den Klimaschutz hervor.

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„Nach Jahrhunderten des Verlustes von Mooren kommt jetzt das Jahrzehnt des engagierten Wiederaufbaus“, sagte Schulze dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Moorschutz ist Klimaschutz, weil der Kohlenstoff im Boden bleibt. Er ist auch gut für Deutschlands biologische Vielfalt, weil viele Arten nur im Moor vorkommen, etwa Birkhuhn, Moorfrosch oder Sonnentau. Und Moorschutz hilft bei der Anpassung an den Klimawandel, denn Moore können die Folgen von Starkregen, Hochwasser, Dürre oder Hitze abmildern“, so die SPD-Politikerin.

Bundesagrarministerin Klöckner hebt die Freiwilligkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen hervor. „Mit der Vereinbarung sorgen wir gemeinsam mit den Bundesländern für eine enorme Einsparung von Emissionen. Dabei setzen wir auf regional angepasste Lösungen im Schulterschluss mit den Menschen in den Moor­regionen“, sagte die CDU-Politikerin.

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Finanzielle Anreize für Bauern

Die Maßnahmen, so Klöckner, würden umfassend und langfristig finanziert. „So wollen wir etwa Landwirte bei der Umstellung ihrer Produktion unterstützen, damit landwirtschaftliche Flächen weiter genutzt werden können. Denn nur eine Strategie mit verlässlichen Rahmenbedingungen, die vor Ort breit getragen und akzeptiert wird, kann erfolgreich sein und somit einen Beitrag zum Schutz des Klimas leisten.“

Mit der Vereinbarung sollen bis zum Jahr 2030 die jährlichen Treibhausgasemissionen aus Moorböden um fünf Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente reduziert werden. Das Grundkonzept der Partner ist klar: Noch intakte Moore sollen konsequent geschützt werden. Und für entwässerte, derzeit land- und forstwirtschaftlich genutzte Moorböden soll es finanzielle Anreize für freiwillige Wiedervernässungsmaßnahmen geben.

Dem Bund kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. Er muss die Finanzierung freiwilliger Wieder­vernässungs­maßnahmen in der Landwirtschaft sichern und auf eigenen Flächen mit gutem Vorbild voran­gehen. Moorböden machen in Deutschland etwa 8 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche aus. Außerdem soll Berlin die entsprechende Forschungsförderung und die internationale Zusammenarbeit organisieren.

330 Millionen Euro bis 2025

Für die Finanzierung konkreter Maßnahmen zur Wiedervernässung von Moorböden, für Modellvorhaben und für Maßnahmen zur Reduktion des Torfeinsatzes stellt die Bundesregierung über den Energie- und Klimafonds bis 2025 rund 330 Millionen Euro zur Verfügung, heißt es aus dem Bundeslandwirtschafts­ministerium. Eine verbindliche, langfristige und am Minderungsziel ausgerichtete Mittelbereitstellung durch den Bund sei aber auch über diesen Zeitraum hinaus erforderlich, um die Ziele der Vereinbarung zu erreichen.

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Bundesländer und Kommunen sollen mit Landwirten konkret entscheiden, wie die Renaturierung vor Ort ablaufen soll. Weil Torf große Mengen Kohlenstoff bindet, soll der Torfabbau in Deutschland auslaufen. Bund und Länder streben an, keine neuen Anträge zum Torfabbau mehr zu genehmigen.

2019 stammten in Deutschland 6,7 Prozent (rund 53 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente) der Treibhausgasemissionen aus der Zersetzung von Moorböden infolge von Entwässerungsmaßnahmen und Torfnutzung.

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