„Schlimmer als die Hölle“

Mariupol: Neue Gefechte um Azovstal-Stahlwerk statt weiterer Evakuierung

Das Stahlwerk in Mariupol steht erneut unter Beschuss.

Mariupol. Eine geplante Rettung von weiteren Zivilisten aus dem belagerten Stahlwerk Azovstal in der südostukrainischen Hafenstadt Mariupol ist offenbar gescheitert. „Heute haben uns die russischen Besatzer keine Möglichkeit gegeben, Leute aus Azovstal herauszuholen“, sagte der Gouverneur des Gebiets Donezk, Pawlo Kyrylenko, am Montagabend im ukrainischen Fernsehen.

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Zuvor hatte es Berichte über schwere Bombardierungen und den Beschuss des Werksgeländes aus Schiffskanonen und mit Artillerie gegeben. Bilder zeigten eine dicke schwarze Rauchwolke. Aus Mariupol seien Kyrylenko zufolge aber 56 Menschen in Richtung Regierungsgebiet gefahren. Den Donezker Separatisten zufolge sind zugleich mehr als 200 Menschen nach Besimenne in östlicher Richtung aus der Stadt herausgebracht worden. In der stark zerstörten Hafenstadt mit einst über 400 000 Menschen sollen noch mehr als 100.000 Menschen leben.

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Der Bürgermeister von Mariupol sagte im Interview mit der ukrainischen Zeitung „Pravda“, die Situation am Azovstal-Stahlwerk sei schlimmer als die Hölle. „Was könnte schlimmer sein als die Hölle? Die Antwort lautet ‚Azovstal‘“, so Bürgermeister Vadym Boychenko. „Diejenigen, die aus Mariupol herauskommen, sagen, es die Hölle ist – und in Azovstal ist es noch schlimmer.“

Am Wochenende waren über 120 Zivilisten aus dem belagerten Werksgelände herausgelangt. Etwa 200 sollen nach ukrainischen Angaben noch dort ausharren. Der Stadtrat kündigte für den Dienstag einen weiteren Evakuierungsversuch an.

Mariupol war unmittelbar nach dem russischen Angriff Ende Februar von russischen Truppen eingeschlossen worden. Einzig das Gelände des Stahlwerks Azovstal steht noch in Teilen unter Kontrolle von ukrainischen Soldaten. Die Stadt Mariupol ist nahezu komplett zerstört, so der Bürgermeister. Die wenigen Häuser, die noch stehen, hätten keine Fenster mehr, die Menschen würden in den Kellern leben. Es gebe kaum Essen, kein sauberes Trinkwasser und keine Medikamente, sagte Boychenko.

RND/dpa/scs

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