Macrons Versprechen: Der Inhalt zählt, nicht die Verpackung

In zwei Monaten sind in Frankreich Präsidentschaftswahlen – und Amtsinhaber Emmanuel Macron hofft auf eine Wiederwahl.

In zwei Monaten sind in Frankreich Präsidentschaftswahlen – und Amtsinhaber Emmanuel Macron hofft auf eine Wiederwahl.

Paris. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gehört zu jenen Politikern, die man als geschickte Verpackungskünstler bezeichnen darf. In seinen Reden holt er stets weit aus, um auch die letzten Kritikerinnen und Kritiker umzustimmen.

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Seine Argumente klingen überzeugend, manchmal sogar mitreißend. Das war beim Auftritt in Belfort am Donnerstag nicht anders, wo Macron die französische Energiestrategie bis 2050 skizzierte – vorausgesetzt, er wird bei der Präsidentschaftswahl in zwei Monaten wiedergewählt.

Frankreich setzt auf Atomkraft – die Bürger wollen das

Der Präsident, der zugleich Kandidat ist, versuchte dabei, Klimaschutz, den Ruf nach einer von anderen Ländern unabhängigen Energieversorgung sowie die Sorge um die Kaufkraft der Menschen und die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Unternehmen unter einen Hut zu bringen, um jedermann zufrieden zu stellen.

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Das Land setzt auch künftig stark auf Atomkraft – die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger stehen dahinter, nachdem die Politik die Kernenergie seit jeher als kostensparend, umweltfreundlich und sicher angepriesen hat. Dabei sagte man nicht immer die ganze Wahrheit.

Es kommt auf die Inhalte an, nicht auf leere Versprechen

Auch Macron erwähnte nicht, dass der Bau eines neuen Europäischen Druckwasserreaktors in der Normandie ein Desaster ist, weil er sich um viele Jahre verzögert und um etliche Milliarden Euro verteuert, dass derzeit mehrere in die Jahre gekommene Reaktoren ungeplant ausfallen oder dass es noch immer keine Lösung für Nuklearabfälle gibt.

Parallel zur Atomkraft will er die erneuerbaren Energien weiter ausbauen, versicherte er – aber Moment, was heißt hier „weiter“ ausbauen? Deren Fortentwicklung wurde stets systematisch gehemmt, weil das Land einseitig auf Kernkraft setzte.

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Dass die Regierung dies nun ändern möchte, ist begrüßenswert, es sollte sich aber nicht nur um leere Versprechen handeln. Denn letztlich kommt es auf konkrete Inhalte und nicht auf die spektakuläre Verpackung an.

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